Nvidia Aktie: Huang kauft sich ins Software-Geschäft

Symbolbild, KI-generiert

Mit Hugging Face für 12,9 Milliarden Dollar stärkt Nvidia seine Software-Sparte, während Umsatz und KI-Nachfrage weiter deutlich zulegen.

Auf einen Blick:
  • Hugging-Face-Kauf für 12,9 Milliarden Dollar
  • Zweitgrößte Übernahme der Nvidia-Geschichte
  • Umsatz im zweiten Quartal mehr als verdoppelt
  • JPMorgan bestätigt 320-Dollar-Kursziel

Nvidia war lange der Zulieferer hinter dem KI-Boom – die Chips liefern, den Rest anderen überlassen. Mit der Übernahme von Hugging Face dreht der Konzern dieses Muster jetzt sichtbar um.

Nvidia hat die Übernahme der Open-Source-KI-Plattform Hugging Face offiziell gemacht. Der Kaufpreis liegt bei 12,9 Milliarden Dollar. Damit ist der Deal die zweitgrößte Übernahme in der Firmengeschichte, übertroffen nur vom rund 20 Milliarden Dollar schweren Kauf von Groq-Assets Ende 2025.

Vom Chip- zum Plattform-Anbieter

Hugging Face ist unter Entwicklern der zentrale Treffpunkt, um KI-Modelle, Datensätze und Anwendungen zu teilen. Genau diese Stellung macht die Plattform für Nvidia interessant: Wer die Software-Infrastruktur kontrolliert, auf der Entwickler arbeiten, sichert sich zusätzlich zur Hardware auch den Zugang zur Community.

Nvidia-Chef Jensen Huang betonte, Hugging Face solle eine offene Plattform für das gesamte KI-Ökosystem bleiben – die Eigenständigkeit im Open-Source-Bereich soll erhalten bleiben.

Hugging-Face-Chef Clément Delangue hatte die Firma zuletzt durch einen Hacking-Vorfall navigieren müssen und dabei nach eigenen Angaben ein Nvidia-Modell zur Problemlösung genutzt. Das dürfte die Nähe zwischen beiden Unternehmen zusätzlich befördert haben.

Rückenwind auch vom operativen Geschäft

Der Deal trifft auf eine Aktie, die zuletzt ohnehin Auftrieb hatte. Vergangene Woche hatte Nvidia für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar gemeldet, ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2028 stellt der Konzern ein Umsatzwachstum von rund 70 Prozent in Aussicht.

Zusätzliche Bestätigung kam zuletzt von einer eher unerwarteten Seite: Dell Technologies verdoppelte sein Umsatz im KI-Servergeschäft binnen eines Jahres. Analysten werten das als Beleg dafür, dass die Nachfrage nach KI-Rechenleistung längst über die großen Cloud-Anbieter hinausreicht – ein Punkt, den Nvidia intern schon länger vertritt.

JPMorgan bekräftigte nach einer Investorenrunde mit dem Nvidia-Investor-Relations-Team seine „Overweight“-Einstufung bei einem Kursziel von 320 Dollar und verwies auf anhaltend starke Nachfrage von Hyperscalern, Neoclouds und Unternehmenskunden.

Der nächste harte Datenpunkt für die Wachstumsstory kommt mit dem dritten Geschäftsquartal, das Ende Oktober endet. Bis dahin muss sich zeigen, ob die Hugging-Face-Integration bereits erste Impulse für das Software-Geschäft liefert.

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