Deutschland und die Niederlande wollen gemeinsam an neuen KI-Chips arbeiten und damit die Abhängigkeit Europas von US-Technologie verringern. Für Nvidia ist die Initiative besonders interessant, weil die beteiligten Innovationsagenturen ausdrücklich nach effizienteren Alternativen für bestimmte KI-Berechnungen suchen.
Nvidia-Aktie: Europa sucht Alternativen bei KI-Chips
Die neu gegründete niederländische Innovationsagentur NADI und ihr deutsches Pendant SPRIND stellen für das gemeinsame Projekt 40 Mio. Euro über einen Zeitraum von 20 Monaten bereit. Kleine Entwicklerteams sollen mithilfe von KI den Entwurf neuer Chips für das Training sowie die Inferenz von KI-Modellen beschleunigen.
Das Ziel ist ambitioniert. Jano Costard von SPRIND erklärte gegenüber Reuters, dass der Entwicklungsprozess für Chips, der derzeit Jahre dauern könne, um mehrere Größenordnungen beschleunigt werden solle. Die Niederlande bringen dabei insbesondere das Ökosystem rund um ASML ein, Deutschland seine Stärken in Forschung und Fertigung.
Nvidia-Aktie: Kritik an der Effizienz bei Inferenz
Aus Nvidia-Sicht ist vor allem eine Aussage von NADI-Mitgründer Jelle Prins bemerkenswert. Er bezeichnet Nvidias Chips zwar als leistungsstark, hält sie für Inferenzaufgaben jedoch für ineffizient und verglich ihren Einsatz bildlich damit, mit einem Lastwagen statt mit einem Einkaufswagen einkaufen zu gehen.
Genau hier wollen die europäischen Entwickler offenbar ansetzen. Während beim Training großer KI-Modelle enorme Rechenleistung benötigt wird, geht es bei der Inferenz darum, fertig trainierte Modelle im laufenden Betrieb auszuführen. Das deutsch-niederländische Programm umfasst ausdrücklich Chipdesigns für beide Bereiche.
Nvidia-Aktie: Europa investiert in technologische Souveränität
Die Initiative steht in einem größeren europäischen Kontext. Die niederländische Regierung hat NADI erst im September mit 500 Mio. Euro ausgestattet. Deutschland wiederum gründete SPRIND bereits 2019. Zusätzlich läuft dort eine separate, mit 125 Mio. Euro ausgestattete Initiative zum Aufbau von drei europäischen Frontier-AI-Laboren.
Zur Einordnung: Für Nvidia stellen die 40 Mio. Euro zunächst keine ernsthafte Bedrohung seiner Marktstellung dar. Interessant ist vielmehr die politische Stoßrichtung: Deutschland und die Niederlande fördern ausdrücklich eigene KI-Chiptechnologien, um Europas Abhängigkeit von US-Know-how zu reduzieren. Ob daraus tatsächlich konkurrenzfähige Chips entstehen, ist derzeit offen.
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