Nvidia Aktie: DGX Station für Windows

Nvidia weitet sein Geschäft aus: Finanzhilfen für kleine Cloud-Anbieter und Desktop-Supercomputer sollen die Abhängigkeit von Tech-Giganten reduzieren.

Auf einen Blick:
  • Finanzielle Unterstützung für kleinere Cloud-Dienstleister
  • Desktop-Supercomputer für lokale KI-Nutzung
  • Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar
  • Aktie unter Druck trotz Milliarden-Offensive

Bisher beliefert Nvidia fast ausschließlich gigantische Cloud-Anbieter. Jetzt ändert der Konzern seine Strategie. Der Chip-Entwickler finanziert künftig kleinere Provider und drängt mit Supercomputern in Büros. Damit will das Management die eigene Kundenbasis radikal verbreitern.

Finanzspritze für neue Cloud-Anbieter

Nvidia startet das neue „AI Compute Partner“-Programm. Damit greift das Unternehmen tief in die eigene Tasche. Kleine Cloud-Dienstleister erhalten finanzielle Unterstützung für den Kauf teurer KI-Chips. Der Markt gehört bislang Amazon, Microsoft und Google. Nvidia will diese Dominanz der Hyperscaler durchbrechen.

Um das Risiko der Start-ups zu senken, bietet der Konzern Rückkaufgarantien für ungenutzte Rechenkapazitäten. Im Gegenzug teilt Nvidia die späteren Einnahmen aus dem Betrieb. Das Ziel: Langfristige Nachfrage jenseits der Tech-Giganten.

Supercomputer für den Schreibtisch

Parallel dazu bringt Nvidia die Rechenzentren in die Büros. Die neue „DGX Station for Windows“ nutzt den GB300 Grace Blackwell Ultra Superchip. Das System liefert bis zu 20 Petaflops an Rechenleistung. Sensible Branchen in Europa und Nordamerika können KI-Modelle damit lokal betreiben. Sie vermeiden so den Umweg über die Cloud.

Erste Auslieferungen planen Hardware-Partner wie Dell und HP für Ende 2026. Das aktuelle Geschäft floriert bereits. Im abgelaufenen Fiskalquartal meldete Nvidia einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar. Fast der gesamte Erlös stammte aus dem Segment für Rechenzentren.

Milliarden für souveräne KI

Ein weiterer Baustein der Wachstumsstrategie sind länderspezifische KI-Infrastrukturen. In Indonesien baut das Partnerunternehmen Firmus Technologies einen gigantischen Rechen-Campus. Die Anlage soll im ersten Quartal 2027 ans Netz gehen. Firmus rechnet über die ersten Jahre mit Abnahmeverträgen von bis zu 30 Milliarden US-Dollar.

Auch in Australien investiert der Konzern kräftig. Der Partner Sharon AI plant dort eine neue KI-Fabrik mit bis zu 40.000 Grace Blackwell Chips. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf sechs Jahre ausgelegt.

Chartbild zeigt Risse

An der Börse sorgt die Milliarden-Offensive für wenig Euphorie. Die Aktie notiert aktuell bei 173,74 Euro. In den vergangenen Wochen verlor das Papier spürbar an Wert.

Der Kurs entfernte sich deutlich vom jüngsten Rekordhoch bei 202,50 Euro. Das kurzfristige Chartbild wirkt angeschlagen. Die Aktie rutschte zuletzt unter die 50-Tage-Linie ab.

Die langfristige 200-Tage-Linie bei 164,03 Euro stützt das Papier jedoch weiterhin. Hält diese Unterstützung, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend für Nvidia intakt.

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