Verbotene Ware zu Mondpreisen: Nvidias gesperrte KI-Chips werden in China für das Doppelte des Ursprungspreises gehandelt. Das zeigt, wie groß die Nachfrage nach Nvidias Hardware ist — und wie weit Unternehmen bereit sind zu gehen, um an sie heranzukommen.
Preisexplosion auf dem Graumarkt
Der DGX B300-Server, ein System mit acht Blackwell-GPUs, kostet in China inzwischen mehr als 8 Millionen Yuan — umgerechnet rund 1,1 Millionen Dollar. In den USA liegt der reguläre Verkaufspreis bei etwa 400.000 Dollar. Innerhalb von sechs Monaten hat sich der Preis auf dem chinesischen Schwarzmarkt damit mehr als verdoppelt. Ähnlich beim RTX 6000 Pro: von rund 50.000 Yuan Anfang 2026 auf bis zu 130.000 Yuan. Beide Chips sind unter US-Exportkontrollen für China gesperrt.
Den Preisanstieg treiben verstärkte US-Strafverfolgungsmaßnahmen. Je enger die legalen Lieferkanäle werden, desto mehr zahlen Käufer für illegale Wege. Im März wurde ein Mitgründer von Supermicro zusammen mit weiteren Beteiligten angeklagt — der Vorwurf: Schmuggel von Nvidia-KI-Servern im Wert von 2,5 Milliarden Dollar an chinesische Abnehmer. Der bislang größte bekannte Fall in diesem Bereich.
Was das für Nvidia bedeutet
Die steigenden Schwarzmarktpreise sind ein zweischneidiges Signal. Einerseits belegen sie die ungebrochen starke Nachfrage nach Nvidias Rechenleistung — selbst zu Preisen, die weit über dem regulären Niveau liegen. Andererseits macht der Schmuggel deutlich, wie viel Umsatz Nvidia durch die Exportbeschränkungen entgeht und welche Risiken für das Unternehmen entstehen, wenn seine Produkte trotzdem den Weg nach China finden.
Nvidias Hauptversammlung findet heute Abend in den USA statt. Ein Thema dürfte kaum fehlen: die China-Strategie und der Umgang mit den weiter verschärften Exportregeln.
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