Die Experten von BNP Paribas Exane haben ihre Einstufung für die Aktie von Nvidia angehoben und bewerten den Halbleiterkonzern nun mit „Strong Buy“. Der Schritt spiegelt das ungebrochene Vertrauen in die Ertragskraft des Unternehmens wider, das vom weltweiten Ausbau von Rechenzentren profitiert.
Im Handel notiert das Papier heute bei 210,35 Euro und gibt damit um 0,8 Prozent nach. Mit einem Abstand von 2,7 Prozent bleibt die Notierung jedoch in Reichweite ihres 52-Wochen-Hochs.
Einzelne Häuser trauen dem Papier noch deutlich mehr zu: Raymond-James-Analyst Simon Leopold bekräftigte die Führungsrolle des Konzerns und setzte ein Kursziel von 515 US-Dollar an.
Rekordzahlen des Fertigungspartners untermauern Nachfrage
Rückenwind erhält die Branche zusätzlich durch den wichtigsten Fertigungspartner TSMC. Das taiwanische Unternehmen meldete für das dritte Quartal 2026 einen Rekordumsatz von umgerechnet 46,71 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Allein im September stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 54,6 Prozent.
Die robuste Entwicklung in der Halbleiterfertigung stützt die Wachstumspläne von Nvidia. Für das laufende dritte Geschäftsquartal peilt der Konzern einen Umsatz von rund 108 Milliarden US-Dollar an.
CEO Jensen Huang verwies zuletzt auf eine deutlich verbesserte Visibilität der Auftragslage, die dem Unternehmen erstmals eine Prognose für das gesamte folgende Geschäftsjahr ermögliche. Für dieses Folgejahr rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum von rund 70 Prozent bei einer Bruttomarge zwischen 72 und 73 Prozent.
Finanzierungskosten und Zinsumfeld als Risikofaktoren
Gleichzeitig wächst am Markt die Aufmerksamkeit für die Finanzierungsbedingungen auf Kundenseite. Simon Leopold von Raymond James wies auf anhaltende Engpässe bei Speicherchips und Energieinfrastruktur sowie steigende Ausbaukosten hin. Höhere Renditen von US-Staatsanleihen könnten kurzfristig für Volatilität sorgen und die Wirtschaftlichkeit bei Käufern von Beschleunigerkarten belasten.
Zudem nehmen Großkunden zunehmend erhebliche Mittel auf, um ihre Hardwarebestellungen zu sichern. Medienberichten zufolge verhandelt SpaceX über ein Fremdkapitalpaket von 40 Milliarden US-Dollar für Nvidia-KI-Chips, das über Bankkredite und Anleihen strukturiert werden soll. Die Verhandlungen sind bisher nicht offiziell bestätigt.
Die detaillierten Ergebnisse für das dritte Quartal werden für den 18. November erwartet. Bis dahin dürften die weiteren Signale der Zulieferer und die Zinsentwicklung den Takt für die Kursentwicklung vorgeben.
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