Nvidia baut sich seine eigene Energieversorgung – und die Wall Street baut ihre Kursziele weiter aus. Wenige Tage vor den Quartalszahlen am 26. August verdichten sich zwei Entwicklungen, die zeigen, wie sehr der Chipkonzern inzwischen über das reine Geschäft mit Grafikprozessoren hinausgewachsen ist.
Strom als strategisches Nadelöhr
Nvidia befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen, mehrere Hundert Millionen Dollar in den Stromversorger Cloverleaf Infrastructure zu investieren. Das Unternehmen sichert für Rechenzentren Stromabkommen mit Versorgern und hat seit seiner Gründung 2024 Projekte mit mehr als sieben Gigawatt an bereits erschlossener Fläche verkauft, darunter Standorte in Wisconsin für Oracle und OpenAI.
Es wäre bereits die dritte Energie-Beteiligung Nvidias in kurzer Zeit. Erst kürzlich stieg der Konzern bei SoftBanks SB Energy ein, verknüpft mit einem Rechenzentrums-Campus in Ohio, den OpenAI für 20 Jahre gemietet hat. Davor hatte Nvidia bereits zwei Milliarden Dollar in den Energieentwickler Lancium gesteckt, der einen Standort in Texas betreibt, an dem wiederum OpenAI Rechenkapazität von Oracle mietet.
Das Muster ist auffällig: An jedem dieser Standorte taucht OpenAI als Ankermieter auf. Ob dahinter eine engere kommerzielle Verzahnung zwischen Nvidia und seinem größten Kunden steckt, lässt sich von außen nicht abschließend beurteilen – die Konzentration ist jedenfalls schwer zu übersehen.
Für Nvidia liegt die Logik auf der Hand: Wenn Stromleitungen und Genehmigungsverfahren zum Nadelöhr der KI-Infrastruktur werden, sichert sich der Konzern lieber selbst die Kapazität, statt nur Chips an wen auch immer zu verkaufen, der am Ende baut.
Analysten erhöhen die Latte
Auf der Bewertungsseite bleibt das Bild eindeutig positiv, wenn auch mit spürbaren Unterschieden im Detail. Benchmark bestätigte sein Kaufrating mit einem Kursziel von 335 Dollar und hob die Umsatzprognose fürs Julimeer-Quartal auf 92 Milliarden Dollar an.
Für das dritte Fiskalquartal erwartet das Haus nun 103,957 Milliarden Dollar Umsatz und einen Gewinn je Aktie von 2,37 Dollar – nahe am Marktkonsens von rund 104 Milliarden Dollar und 2,36 Dollar.
Die Kursziele der Analystenhäuser insgesamt liegen weit auseinander: Oppenheimer sieht 265 Dollar, Stifel 282 Dollar, BMO Capital 340 Dollar. Aktuell notiert die Aktie bei etwas über 215 Dollar, bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33 und einem PEG-Verhältnis von nur 0,3 – ein Signal, dass die Wachstumsrate den Bewertungsaufschlag aus Analystensicht rechtfertigt.
Benchmark betonte zudem, dass nicht die Julizahlen selbst den Ausschlag geben dürften, sondern die Prognose für Oktober, erste Auslieferungen des Vera-Rubin-Systems und die Entwicklung der Bruttomarge.
Die gesamte US-Börse wartet dieser Tage merklich auf Nvidia. Am Mittwoch nach Handelsschluss, dem 26. August, meldet der Konzern seine Zahlen für das zweite Fiskalquartal 2027 – flankiert von Berichten aus dem übrigen Tech-Sektor und dem Jackson-Hole-Symposium der Notenbanker Ende des Monats.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 22. August liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
