Nvidia baut sein Netz an Beteiligungen im Bereich künstlicher Intelligenz weiter aus. Der Chipkonzern hat sich mit fünf Milliarden Dollar an Safe Superintelligence beteiligt, dem Start-up des früheren OpenAI-Forschers Ilya Sutskever. Damit zählt das Engagement zu den größten Investitionen, die Nvidia im Zuge des KI-Booms bislang getätigt hat, wie Bloomberg berichtete.
Für Safe Superintelligence bedeutet die Kapitalspritze mehr als frisches Geld: Das Unternehmen erhält zugleich Zugang zur kommenden Vera-Rubin-Plattform von Nvidia. Laut Unternehmensangaben soll dies die verfügbare Rechenleistung von SSI um eine Größenordnung steigern. Für Nvidia ist das Muster bekannt – Kapital fließt an vielversprechende KI-Anbieter, die im Gegenzug zu Großkunden für Nvidia-Hardware werden.
Ohio-Rechenzentrum und SpaceX als Ankerkunde
Parallel zur SSI-Beteiligung treibt Nvidia den Ausbau physischer KI-Infrastruktur voran. Gemeinsam mit SB Energy sicherte sich der Konzern Land-, Strom- und Gebäudekapazitäten für einen Technologiecampus in Pike County, Ohio.
Nvidia investiert dafür 1,5 Milliarden Dollar und übernimmt Kreditunterstützung für den Aufbau einer Kapazität von zunächst 4,25 Gigawatt, mit einer Option auf weitere 3,75 Gigawatt. Abnehmer der gesamten acht Gigawatt ist OpenAI, SB Energy soll das Rechenzentrum im Rahmen eines 20-Jahres-Leasingvertrags betreiben.
Auch bei SpaceX zahlt sich die Kundenbindung aus. Elon Musk kündigte an, dass sein Unternehmen seine KI-Dienste künftig ausschließlich auf Nvidia-Systemen aufbauen werde. SpaceX rechnet bis Jahresende mit mehr als zwei Gigawatt an Rechenkapazität und peilt bis Ende des kommenden Jahres knapp zehn Gigawatt an.
Die KI-Erlöse von SpaceX legten im Jahresvergleich um 247 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar zu – ein Indikator für die Nachfrage, die auf Nvidias Chipsparte durchschlagen dürfte. Die Offenlegung der Nvidia-Beteiligung an SpaceX selbst liegt bereits über einen Monat zurück, seither hat die Nvidia-Aktie rund 6,4 Prozent zugelegt.
Anleger warten auf Quartalszahlen
Diese Investitionswelle bildet den Hintergrund für den nächsten großen Termin: Am 26. August legt Nvidia die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor, das am 27. Juli endete. Der Konzern selbst hatte für dieses Quartal einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Analysten gehen im Konsens von etwa 92 Milliarden Dollar Umsatz und einem Gewinn je Aktie von 2,06 Dollar aus.
An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt uneinheitlich. Am Mittwoch schloss das Papier bei 186,20 Euro, ein Minus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 4,7 Prozent zu Buche, während sich der Kurs auf Monatssicht mit einem Plus von 2,4 Prozent noch im positiven Bereich hält. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht im Mai, fehlen der Aktie noch acht Prozent.
Die Serie an Milliardeninvestitionen – SSI, SB Energy, die SpaceX-Bindung – unterstreicht, wie sehr Nvidia inzwischen selbst zum Financier seiner eigenen Nachfrage geworden ist. Ob sich dieses Modell in den kommenden Quartalszahlen in harten Umsatzzahlen niederschlägt, wird sich am 26. August zeigen.
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