Nvidia Aktie: 20. Mai bringt Vera-Rubin-Details

Nvidia präsentiert Quartalszahlen mit hohen Erwartungen, während CEO Huang in China um Chip-Exporte kämpft.

Auf einen Blick:
  • Quartalsbericht am Mittwoch erwartet
  • Umsatzprognose von 78,4 Milliarden Dollar
  • CEO Huang reist nach Peking
  • Analysten sehen Kursziel bei 320 Dollar

Ein diplomatischer Drahtseilakt in Peking und ein anstehender Quartalsbericht, der den gesamten Technologiesektor bewegen dürfte. Bei Nvidia ballen sich in dieser Woche die Ereignisse. Nach einem freitäglichen Kursrutsch rückt der Chipentwickler wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Die Aktie verabschiedete sich am Freitag mit einem Minus von 3,56 Prozent bei 193,90 Euro ins Wochenende. Sorgen um eine nachhaltige KI-Nachfrage hatten den Halbleitersektor belastet. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein sattes Plus von gut 60 Prozent auf der Anzeigetafel.

Mit einer Marktkapitalisierung von zuletzt 5,7 Billionen US-Dollar übersteigt der Börsenwert des Konzerns mittlerweile das jährliche Bruttoinlandsprodukt Deutschlands. Diese Dimension macht den anstehenden Finanzbericht zu einem potenziellen Volatilitätskatalysator.

Milliarden-Erwartungen an die Quartalszahlen

Am Mittwoch nach US-Börsenschluss öffnet das Unternehmen die Bücher. Die Wall Street rechnet für das abgelaufene Quartal mit einem Umsatz von rund 78,4 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie soll bei 1,76 Dollar liegen.

Neben dem Rückblick fokussiert sich der Markt auf den Ausblick. Analysten erhoffen sich Details zum Übergang von der aktuellen Blackwell-Architektur auf die kommende Vera-Rubin-Generation. Für das zweite Quartal kalkulieren Experten mit einer Umsatzprognose von etwa 87 Milliarden Dollar.

Diplomatie im Kampf um den chinesischen Markt

Abseits der Bilanzen sorgt CEO Jensen Huang für Schlagzeilen. Er begleitete US-Präsident Trump kürzlich nach China, um den festgefahrenen Verkauf von H200-Chips wieder in Gang zu bringen. Zwar genehmigte die US-Regierung Lieferungen an ausgewählte chinesische Firmen gegen eine Strafgebühr, die Auslieferungen stocken allerdings weiterhin.

In Peking verteidigte Huang den Export von Hochleistungs-GPUs. Ein vollständiges Embargo würde den Aufbau eines unabhängigen chinesischen Tech-Ökosystems nur beschleunigen. Konkurrenten wie Huawei drängen bereits mit eigener Rechenleistung auf den Heimatmarkt. Historisch steuerte China gut 13 Prozent zu Nvidias Gesamterlösen bei.

Analysten bleiben optimistisch

Die institutionelle Stimmung zeigt sich von den geopolitischen Spannungen unbeeindruckt. Die Bank of America hob das Kursziel kürzlich auf 320 Dollar an und kürte das Papier zum Branchenfavoriten. Die Experten verweisen auf das Wachstumspotenzial und hohe Kapitalrückflüsse.

Fast alle beobachtenden Analysten raten weiterhin zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei knapp 277 Dollar. Am 20. Mai liefert das Management nun die fundamentalen Fakten. Verfehlt der Ausblick die hohen Erwartungen, droht der Aktie ein Test der charttechnischen Unterstützung bei 225 Dollar.

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