Im vergangenen Herbst kündigte Nvidia einen der bisher größten Deals der Geschichte an. Mehr als 100 Milliarden US-Dollar wollte der Chiphersteller nach eigenen Angaben in den ChatGPT-Entwickler OpenAI stecken. Genau daran sind am Wochenende allerdings Zweifel aufgetreten. Insider berichteten gegenüber dem „Wall Street Journal“, dass Nvidia-Chef Jensen Huang Zweifel am Geschäftsmodell von OpenAI hege.
Letzterer bemühte sich recht schnell um Beschwichtigung. Die Zusammenarbeit mit OpenAI seit weiterhin von hoher Wichtigkeit, ließ Huang in Taiwan mitteilen. Gleichwohl ließ er aber auch unmissverständlich wissen, dass die Investitionen letztlich die Marke von 100 Milliarden Dollar nicht erreichen werden. Wie viel es am Ende sein mag, steht damit in den Sternen.
Nvidia lässt Zweifel wachsen
Nüchtern betrachtet ist nicht viel passiert, schon gar nicht aus Sicht von Nvidia. Doch die unklare Kommunikation hinterlässt Wirkung an den Börsen. Das Ganze kommt auch noch zu einer Zeit, in der ohnehin die Zweifel am endlosen KI-Wachstum zunehmen.
Das Resultat ist ein Aktienkurs, der am Montag vorbörslich zeitweise um zwei Prozent nachgab und damit die Marke von 190 US-Dollar nach unten durchkreuzte. Ein Zurückrudern bei Investitionen schürt letztlich auch Ängste davor, dass das Wachstum der Chip-Absatzzahlen bei Nvidia in naher Zukunft an Tempo verlieren könnte.
Nvidia Aktie Chart
Holt die Realität die Märkte ein?
KI-Investitionen sind ein teuerer Spaß und bisher können nur die wenigsten Unternehmen überzeugende Konzepte dafür vorweisen, wie die etlichen Milliarden wieder hereingeholt werden sollen. Das gilt insbesondere für OpenAI, wo zweistellige Milliardenverluste erwartet werden. Sollten die Betreiber bei ihren Ausgaben genauer hinsehen, könnte es für Nvidia ungemütlich werden. Bisher ist der Chipverkäufer mit Margen jenseits der 70 Prozent noch der große KI-Gewinner. Doch jedes Nachlassen des Booms würde den Aktienkurs wohl merklich nach unten bewegen.
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