Aus einem Quartalsverlust wird ein Gewinn von fast 550 Millionen Dollar. Nurix hat für das dritte Geschäftsquartal einen Umsatz von 673,1 Millionen Dollar gemeldet, nach 7,9 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Grund ist ein einzelner Deal, und der hat es in sich.
Roche-Lizenz treibt die Zahlen
Der Sprung geht fast vollständig auf die Zusammenarbeit mit Roche zurück. Allein 653,2 Millionen Dollar entfielen auf Lizenzerlöse aus der Kooperation zu Bexobrutideg, einem BTK-Degrader. Weitere 10 Millionen Dollar kamen als Meilenstein von Sanofi für den Start der Phase-1-Studie zum STAT6-Degrader.
Unterm Strich steht ein Nettogewinn von 549,8 Millionen Dollar oder 4,73 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit einem Verlust von 0,61 Dollar je Aktie gerechnet. Das Ergebnis sagt allerdings wenig über die laufende Ertragskraft aus: Es handelt sich um einen Einmaleffekt.
Die Kosten spiegeln den Deal ebenfalls. Die Forschungsausgaben sanken auf 79,3 Millionen Dollar, weil Roche 60 Prozent der Entwicklungskosten trägt. Die Verwaltungskosten stiegen dagegen auf 34,4 Millionen Dollar, getrieben von einmaligen Beratungs- und Transaktionskosten.
Kasse füllt sich, Pipeline wird gestrafft
Nach Eingang der 700 Millionen Dollar Vorauszahlung verfügt Nurix über rund 1,1 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln. Zum Jahresende 2025 waren es noch 592,9 Millionen. Die Finanzierung reicht nach Unternehmensangaben bis in die zweite Hälfte 2029.
Operativ kommt Bexobrutideg voran. Der erste Patient in der Phase-3-Studie DAYBreak CLL-306 ist dosiert, dort tritt das Mittel gegen Pirtobrutinib bei rund 620 Patienten mit rezidivierter oder refraktärer CLL/SLL an. Parallel läuft die Rekrutierung für eine Kombinationsstudie mit Venetoclax.
Eine Kehrtwende gibt es bei NX-2127 (Zelebrudomid): Nurix stellt die klinische Entwicklung ein und konzentriert sich auf priorisierte Programme. Der CBL-B-Hemmer NX-1607 geht dafür in Expansionskohorten bei vier Tumorarten.
Aktie und Insider
Die Aktie schloss am Montag bei 22,16 Dollar und liegt auf Jahressicht rund 128 Prozent im Plus. Nachbörslich zeigte sie sich leicht fester. Chief Legal Officer Christine Ring verkaufte Anfang Oktober 5.786 Aktien für gut 134.000 Dollar, nach Ausübung von Optionen. Der Verkauf lief über einen vorab festgelegten 10b5-1-Plan.
Die Analysten bleiben zuversichtlich: Mizuho hob das Kursziel auf 34 Dollar an, Morgan Stanley auf 38 Dollar. Die Bandbreite der Ziele reicht insgesamt von 25 bis 45 Dollar. Für die Phase-3-Studie nennt Nurix keinen Datenzeitpunkt, die Kassenlage bis 2029 verschafft dem Unternehmen jedoch Spielraum.
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