Novo Nordisk kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig: Während die Wegovy-Pille in den USA und potenziell in China Fahrt aufnimmt, belastet das Scheitern eines wichtigen Herz-Kreislauf-Präparats das Vertrauen der Anleger. Die Aktie notierte am Freitag bei 39,41 Euro, ein Minus von 0,6 Prozent auf Tagessicht und rund 13 Prozent leichter als noch vor 30 Tagen.
Wegovy-Pille zieht in den USA deutlich an China rückt näher
Die wöchentlichen US-Verschreibungen der Wegovy-Pille überschritten laut Unternehmensangaben zuletzt 176.000 – etwa das Fünffache des Volumens von Eli Lillys konkurrierendem oralem Präparat Foundayo. Diese Zahl unterstreicht, dass Novo Nordisk im Rennen um orale Abnehmpräparate zumindest in den Vereinigten Staaten die Nase vorn hat, auch wenn der Wettbewerbsdruck durch Lilly branchenweit spürbar bleibt.
Parallel dazu nimmt die internationale Expansion Kontur an: Chinas Arzneimittelbehörde NMPA hat den Zulassungsantrag für die orale Semaglutid-Variante zur Gewichtsreduktion angenommen. Die Behörde hatte das Präparat bereits Anfang 2024 für die Diabetes-Indikation im Land zugelassen. Sollte die Zulassung für die Adipositas-Behandlung folgen, eröffnet sich Novo Nordisk einer der größten Wachstumsmärkte überhaupt.
Rückschlag bei Ziltivekimab bremst Zuversicht
Dem gegenüber steht ein empfindlicher klinischer Dämpfer: Die Phase-3-Studie ZEUS zu Ziltivekimab verfehlte am 31. Juli ihren primären kardiovaskulären Endpunkt – bei Patienten mit Herz- und Nierenerkrankungen zeigte sich keine signifikante Reduktion schwerer kardiovaskulärer Ereignisse gegenüber Placebo. Dieser Rückschlag trifft ein Programm, das als Diversifizierung über das Kerngeschäft mit GLP-1-Präparaten hinaus galt.
Die Deutsche Bank reagierte am 27. August mit einer Herabstufung auf „Sell“ von zuvor „Hold“ und senkte das Kursziel um 9 Prozent auf 265 dänische Kronen. Analyst Emmanuel Papadakis begründete den Schritt neben dem Studienausfall auch mit begrenzten Effekten der Medicare-Abdeckung für Wegovy sowie einem nahenden Patentablauf für Semaglutid.
Einen Tag zuvor hatte JPMorgan hingegen ihr Kursziel auf 275 Kronen angehoben und die Einstufung „Neutral“ bestätigt – gestützt auf ein starkes Wachstum von Ozempic und Wegovy außerhalb der USA, das die Bank zu höheren Umsatzschätzungen für 2026 veranlasste.
Pipeline und Kapitalrückführung als Gegengewicht
Novo Nordisk treibt seine Adipositas-Pipeline unterdessen auf breiter Front voran. Südkoreas Arzneimittelbehörde genehmigte den Phase-3-Studienplan AMAZE 13 für Zenagamtide, einen dualen GLP-1- und Amylin-Rezeptor-Agonisten. Zudem hatte das Unternehmen im Juli eine Vereinbarung mit Vivani Medical zur Prüfung eines ultra-langwirksamen Semaglutid-Implantats geschlossen.
Auf der Kapitalseite setzt der Konzern seine Aktienrückkäufe fort: Zwischen dem 17. und 21. August erwarb Novo Nordisk gut eine Million B-Aktien zu Kursen zwischen 292,60 und 299,08 dänischen Kronen, womit sich die kumulierten Rückkäufe im laufenden Teilprogramm auf 15,17 Millionen Aktien summieren.
Am 25. August zahlte das Unternehmen zudem eine Dividende von 0,5786 US-Dollar je Aktie an Anteilseigner mit Stichtag 17. August. Ergänzend verschärft der Konzern seinen juristischen Kurs gegen Nachahmerpräparate: Bislang wurden 130 Bundesklagen eingereicht, um nicht zugelassene Versionen der GLP-1-Medikamente zu blockieren.
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den 21. September, wenn Novo Nordisk seinen Kapitalmarkttag abhält. Dort dürften Details zur Adipositas-Pipeline und zur Wachstumsstrategie für 2027 im Mittelpunkt stehen – ein Termin, der angesichts der jüngsten Kursverluste als wichtiger Stimmungstest gelten dürfte.
Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 30. August liefert die Antwort:
Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
