Novo Nordisk Aktie: ZEUS-Studie verfehlt Endpunkt

Novo Nordisk verfehlt mit Ziltivekimab das Studienziel, verklagt Eli Lilly und präsentiert am Mittwoch Halbjahreszahlen. Die Aktie steht unter Druck.

Auf einen Blick:
  • ZEUS-Studie verfehlt primären Endpunkt
  • Klage gegen Lilly wegen Werbung
  • Aktie nahe 200-Tage-Linie
  • Halbjahreszahlen am Mittwoch erwartet

Novo Nordisk steckt mitten in einer Zangenbewegung aus klinischem Rückschlag und juristischer Offensive. Die Aktie verlor in der vergangenen Woche 8,56 Prozent und notiert aktuell bei 40,83 Euro. Am Mittwoch folgen die Halbjahreszahlen — und die dürften zeigen, ob der Konzern die Kontrolle über die eigene Wachstumsstory zurückgewinnt.

ZEUS-Studie verfehlt ihr Ziel

Der Auslöser der Kursschwäche kam am Freitag, den 31. Juli. Die Phase-3-Studie ZEUS erreichte ihren primären Endpunkt nicht. Getestet wurde Ziltivekimab, ein IL-6-Antikörper, an Patienten mit atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung und chronischer Nierenschwäche.

Das Ergebnis: Im Vergleich zu Placebo senkte der Wirkstoff schwere kardiovaskuläre Ereignisse nicht signifikant. Die Hazard Ratio lag bei 0,99 — praktisch kein Unterschied zur Vergleichsgruppe.

Morningstar-Analystin Karen Andersen bezeichnete das Ergebnis als enttäuschend. Sie ordnete es aber ein: Ziltivekimab sollte bis 2035 ohnehin nur einen kleinen Teil des Konzernumsatzes beisteuern. Der Rückschlag kostet Novo Nordisk damit einen möglichen Wachstumstreiber außerhalb des Adipositas-Geschäfts. Am Ausblick für das operative Ergebnis 2026 ändert sich laut Unternehmen nichts. Im dritten Quartal 2026 wird allerdings eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung fällig.

Klage gegen Eli Lilly

Novo Nordisk reagiert nicht nur mit Beschwichtigung, sondern mit Angriff. Am 21. Juli 2026 reichte der Konzern beim US-Bundesgericht für den Distrikt New Jersey Klage gegen den Hauptkonkurrenten Eli Lilly ein.

Der Vorwurf: irreführende Werbung für Lillys Adipositas-Präparate, darunter das kürzlich eingeführte Foundayo. Novo Nordisk wirft Lilly vor, in Werbekampagnen veraltete klinische Daten zu nutzen. Konkret vergleiche Lilly die höchsten Dosierungen der eigenen Produkte mit niedrigeren Dosierungen der Novo-Präparate.

Der Rechtsstreit zeigt, wie hart der Wettbewerb im Abnehmmarkt inzwischen geführt wird. Bis Ende des Jahrzehnts soll dieser Markt die 100-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten. Novo Nordisk hält mit der Wegovy-Pille, die am 5. Januar 2026 startete, weiterhin eine starke Position — seit dem Frühjahr hat der Konkurrenzdruck aber spürbar zugenommen.

Charttechnik an einer kritischen Marke

Der aktuelle Kurs von 40,83 Euro liegt nur 1,21 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,34 Euro. Diese Marke gilt als wichtige Unterstützung — ein Rutsch darunter würde das charttechnische Bild deutlich eintrüben.

Für das zweite Quartal erwarten Analysten im Konsens einen Gewinn je Aktie von 0,77 Dollar bei einem Umsatz von rund 10,89 Milliarden Dollar. Ein zusätzlicher Blickpunkt: die Verschreibungszahlen der Wegovy-Pille, die bereits Anfang des Jahres die Marke von drei Millionen überschritten hatten. Bestätigt sich hier weiteres Wachstum, könnte das den Rückschlag aus der ZEUS-Studie in den Hintergrund rücken.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 54,86 Euro trennen die Aktie noch immer 25,57 Prozent. Die Zahlen am Mittwoch werden zeigen, ob Novo Nordisk trotz des Studienrückschlags und wachsendem Preisdruck in den USA an der Jahresprognose 2026 festhalten kann.

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