Starker Preisdruck in den USA, sinkende Umsätze im ersten Quartal. Bei Novo Nordisk klaffen operative Realität und Zukunftshoffnung derzeit weit auseinander. Der dänische Pharmakonzern treibt seine Pipeline jenseits des Kassenschlagers Semaglutid massiv voran. Die Börse honoriert den Mut zum Risiko. Am Montag kletterte das Papier um 3,29 Prozent auf 40,18 Euro. Seit dem Jahrestief im Frühjahr steht ein Kursplus von rund 33 Prozent auf der Kurstafel.
Zenagamtide geht in die Breite
Novo Nordisk startet ein breites klinisches Programm für den Wirkstoff Zenagamtide. Die ersten beiden Studien laufen über 84 Wochen. Sie testen das Mittel gegen Fettleibigkeit. Parallel dazu untersucht der Konzern den Einsatz bei Begleiterkrankungen. Dazu zählen Schlafapnoe und Kniearthrose. Eine weitere Untersuchung prüft den langfristigen Erhalt des Gewichtsverlusts.
Die Expansion folgt auf starke klinische Vorabdaten. Bei der höchsten Dosis sank das Körpergewicht der Probanden um 14,6 Prozent. Der Langzeitblutzuckerwert fiel deutlich. Im zweiten Halbjahr 2026 startet daher eine weitere Studie für Typ-2-Diabetes.
Warten auf die US-Zulassung
Zenagamtide ist nicht der einzige Hoffnungsträger. Auf einem großen Diabetes-Kongress präsentierte Novo Nordisk überzeugende Daten zu CagriSema. Der Wirkstoff senkte den Langzeitblutzucker um 1,91 Prozent. CagriSema erreichte dabei alle primären Studienziele.
Nun rückt die US-Gesundheitsbehörde FDA in den Fokus. Eine Entscheidung über die Zulassung von CagriSema gegen Fettleibigkeit steht im vierten Quartal an. Gibt die Behörde grünes Licht, könnte die Markteinführung Anfang 2027 erfolgen.
Aktienrückkäufe stützen den Kurs
Abseits der klinischen Fortschritte hält das Management an seinem Kapitalrückflussprogramm fest. Seit Februar läuft ein Aktienrückkauf im Volumen von 15 Milliarden dänischen Kronen. Bis Mitte Juni erwarb Novo Nordisk bereits knapp 20 Millionen eigene Papiere.
Diese Stütze ist bitter nötig. Das fundamentale Umfeld bleibt schwierig. Im ersten Quartal sanken die bereinigten Umsätze um vier Prozent. Der Grund sind niedrigere Verkaufspreise in den USA. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand währungsbereinigt mit einem spürbaren Umsatzrückgang.
Die orale Version von Wegovy liefert einen Lichtblick. Rund 80 Prozent der Nutzer erhalten zum ersten Mal ein derartiges Präparat. Das Medikament erweitert somit den Gesamtmarkt.
Das zweite Halbjahr 2026 wird zur Bewährungsprobe. Mit dem breiten Studienprogramm und der anstehenden FDA-Entscheidung zu CagriSema stehen wichtige Meilensteine an. Liefert die Pipeline weitere Erfolge, hat die Aktie Luft für eine nachhaltige Erholung.
Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 23. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
