Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von Novo Nordisk hat den Wochenstart mit einem ordentlichen Aufschlag begonnen. Auf Xetra ging es mit den Papieren des dänischen Pharmakonzerns um mehr als vier Prozent auf 37,67 Euro nach oben. Aktuell werden sogar 38,31 Euro aufgerufen. Innerhalb eines Monats beläuft sich der Aufschlag bei der Novo-Aktie somit bereits auf 20 Prozent. Dass das Unternehmen am Montag Ozempic, ein orales GLP-1-Rezeptoragonisten-Präparat für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, in den USA auf den Markt gebracht hat, war zweifellos ein Kurstreiber. Ob die gute Stimmung unter den Anlegern anhalten wird, entscheidet sich aber wohl erst am Mittwoch – dem Tag der Wahrheit.
Novo Nordisk legt Quartalszahlen vor
Denn am 6. Mai wird Novo Nordisk seine Quartalszahlen vorlegen. Dann wird man sehen, wie sich das erste Jahresviertel beim Anbieter vor allem von Abnehmspritzen entwickelt hat. Und auch Ozempic ist keine echte Neuheit: Das Mittel ist in anderer Dosierung seit acht Jahren als Injektion erhältlich. „Bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung wird es zur Blutzuckerkontrolle und zur Reduzierung des Risikos kardiovaskulärer und renaler Komplikationen eingesetzt“, teilte Novo mit.
Die von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA jetzt zugelassene Tablette Ozempic biete hingegen Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes „eine Option zur Blutzuckerkontrolle und zur Senkung des kardiovaskulären Risikos zusätzlich zu Ernährung und Bewegung“, wie es heißt. Die Tabletten seine ab dem 4. Mai in den Dosierungen 1,5 mg, 4 mg und 9 mg erhältlich. „Sie gelten als das erste orale GLP-1-Peptidmedikament in den USA, das sowohl zur Senkung des Blutzuckerspiegels als auch zur Reduzierung des Risikos schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse (MACE) wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod bei Erwachsenen mit hohem kardiovaskulärem Risiko zugelassen ist.“
- Zuvor wurde orales Semaglutid für Typ-2-Diabetes unter dem Namen Rybelsus in einer anderen Darreichungsform und Dosierung angeboten
- Die Umbenennung soll „die Behandlungsmöglichkeiten und die Wiedererkennung für medizinisches Fachpersonal und Patienten vereinfachen“
Novo-Aktie verlor fast 50 Prozent
Ein Erfolg würde Novo Nordisk gut zu Gesicht stehen, war der Erfolg an der Börse zuletzt doch eher überschaubar. Trotz des jüngsten Ausbruchs, notiert die Pharmaaktie aufs Jahr gesehen noch immer mit knapp 40 Prozent im Minus. Nimmt man das Hoch aus dem Juni 2025 als Bezugsgröße, als die Aktie kurzzeitig einen Kurs von 71,53 Euro erreichte, beläuft sich der Abschlag gar auf fast 50 Prozent.
Analyst reduzierte Kursziel drastisch
Die Analysten haben ihre Erwartungen zuletzt ebenfalls deutlich nach unten korrigiert, vor Bekanntgabe der Zahlen. Die US-Bank JP Morgan etwa prognostizierte noch im Juni 2025 einen Kurs bei der Novo-Aktie von 650 Dänischen Kronen (DKK), umgerechnet nicht weniger als 87 Euro. Davon ist das aktuelle Kursziel weit entfernt: Vor Zahlen hatte die US-Bank die Einschätzung auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 250 dänischen Kronen belassen. Mit erwarteten 33,46 Euro sieht Analyst Richard Vosser die Papiere sogar als aktuell überbewertet an.
Er verglich in der am Mittwoch der Vorwoche vorliegenden Studie seine Schätzungen mit dem Analystenkonsens. Er liege etwas darunter beim bereinigten Umsatz, aber knapp darüber beim bereinigten operativen Gewinn. Der Experte rechnet damit, dass der Ausblick bestätigt werde. Dennoch sind auch die anderen Beobachter nur wenig hoffnungsvoller. Das zeigen die anderen Einschätzungen aus dem April:
- Deutsche Bank: 275,00 DKK
- Jefferies: 270,00 DKK
- Barclays: 270,00 DKK
Novo Nordisk über der höchsten Prognose
So hat die Aktie von Novo Nordisk selbst die höchste Prognose, die der Deutschen Bank mit umgerechnet 36,80 Euro, im Moment bereits überschritten. Die Markteinführung von Wegovy verlaufe zwar weiterhin besser als erwartet, entscheidend dürften jedoch die kommenden herausfordernden Wochen werden, hieß es.
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