Starke Studiendaten, schwacher Aktienkurs – bei Novo Nordisk klaffen operative Fortschritte und Marktbewertung derzeit auseinander. Auf dem europäischen Adipositas-Kongress in Istanbul lieferten die Dänen am Wochenende frische Argumente für ihre Pipeline. Das Ziel ist klar: Eli Lilly im umkämpften Markt für GLP-1-Präparate auf Distanz zu halten.
Höhere Dosierung bringt deutliche Erfolge
Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand die STEP-UP-Studie. Patienten, die früh auf die wöchentliche Dosis von 7,2 Milligramm ansprachen, verloren nach 72 Wochen durchschnittlich fast 28 Prozent ihres Körpergewichts. Diese als Wegovy HD bekannte Formulierung ist in den USA und Europa bereits zugelassen. Nun strebt das Management die Freigabe für einen Einzeldosis-Pen an.
Parallel dazu präsentierte der Pharmakonzern spezifische Daten zur Frauengesundheit. Prämenopausale Patientinnen verzeichneten nicht nur einen Gewichtsverlust von rund 23 Prozent. Die Behandlung senkte auch das Risiko für Migräne und Depressionen im Vergleich zu einer reinen Hormontherapie signifikant.
Zulassungshoffnung und Pillen-Rennen
Ein entscheidender Meilenstein steht mit CagriSema bevor. Die Kombination aus Cagrilintid und Semaglutid erzielte in der REDEFINE-1-Studie einen Gewichtsverlust von 23 Prozent. Die US-Gesundheitsbehörde FDA prüft den Antrag noch in diesem Jahr. Fällt die Entscheidung positiv aus, hätte Novo Nordisk eine starke Waffe gegen Eli Lillys Kassenschlager Zepbound in der Hand.
Währenddessen läuft das Rennen bei den oralen GLP-1-Präparaten bereits auf Hochtouren. Die Wegovy-Pille verzeichnete im ersten Quartal rund 1,3 Millionen Verschreibungen in den USA. Eli Lillys Konkurrenzprodukt Foundayo startete im April deutlich langsamer und kam in der vierten Woche auf gut 7.300 Rezepte.
Analysten sehen Aufholpotenzial
An der Börse spiegelt sich die operative Stärke nur bedingt wider. Zwar legte die Aktie auf Monatssicht um knapp zwölf Prozent zu. Mit einem Schlusskurs von 38,56 Euro am Freitag notiert das Papier aber weiterhin rund 45 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Analysten bewerten die Lage gemischt. Die Citigroup hob ihr Kursziel auf 290 dänische Kronen an, belässt die Einstufung aber auf „Neutral“. Das Research-Haus Hedgeye sieht dagegen massives Aufwärtspotenzial und argumentiert, der Markt unterschätze das Volumen des US-Marktes völlig.
Gegenwind durch Zölle und Generika
Bis zur Vorlage der Halbjahreszahlen am 5. August müssen sich Investoren auf andere Faktoren konzentrieren. Ein zentrales Problem bleiben die US-Zölle auf europäische Pharmaimporte. Ein Aufschlag von 15 Prozent verteuert die Medikamente im wichtigsten Absatzmarkt und drückt auf die Margen.
Zusätzlich wächst der Druck durch den nahenden Patentablauf für Semaglutid in Ländern wie Kanada, Indien und China. Dort stehen mehrere Hersteller bereits in den Startlöchern, um günstige Generika auf den Markt zu bringen.
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