Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk trennt sich von seinem aussichtsreichen Parkinson-Kandidaten STEM-PD. Was auf den ersten Blick wie ein Rückschlag in der Forschung wirkt, ist der konsequente Schlussstrich unter ein geschlossenes Kapitel. Das Unternehmen fokussiert seine Ressourcen nun vollends auf das lukrative Kerngeschäft rund um Abnehmspritzen und Stoffwechselpräparate.
Die Rechte an der stammzellbasierten Therapie gehen an das Bostoner Biotech-Unternehmen Cellular Intelligence. Das Start-up wird von namhaften Investoren wie der Chan Zuckerberg Initiative finanziert und will die Entwicklung der Therapie mithilfe künstlicher Intelligenz vorantreiben. Finanzielle Details der Transaktion bleiben unter Verschluss. Novo Nordisk sichert sich im Gegenzug eine Unternehmensbeteiligung sowie den Anspruch auf künftige Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen.
Konsequenter Umbau
Der Verkauf markiert den endgültigen Ausstieg aus der Zelltherapie. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatte das Management die hauseigene Abteilung für diesen Bereich geschlossen, wobei rund 250 Arbeitsplätze wegfielen. Nun lagert der Konzern auch die verbliebenen klinischen Projekte aus. Bemerkenswert ist dieser Schritt vor allem, da STEM-PD bereits den beschleunigten Zulassungsstatus der US-Gesundheitsbehörde FDA besitzt.
Stattdessen fließt das Kapital in die Stoffwechsel-Pipeline. Diese Strategie zahlt sich operativ aus: Im ersten Quartal übertraf der Umsatz mit gut 15 Milliarden US-Dollar die Markterwartungen deutlich. Der Vorstand hob daraufhin die Jahresprognose auf bis zu 46,2 Milliarden US-Dollar an. Treiber dieser Entwicklung ist die anhaltend hohe Nachfrage nach der oralen Variante des Abnehmpräparats Wegovy.
Auf dem europäischen Adipositas-Kongress in Istanbul untermauerte das Unternehmen diese Position mit neuen Studiendaten. Patienten, die früh auf die orale Wegovy-Dosis ansprachen, verzeichneten in der OASIS-4-Studie über einen Zeitraum von 64 Wochen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von über 21 Prozent. Seit Jahresbeginn verzeichnete das Medikament bereits mehr als zwei Millionen Verschreibungen.
Skepsis an den Märkten
Trotz der operativen Erfolge agieren institutionelle Investoren teils zurückhaltend. So reduzierte etwa der Vermögensverwalter MGO One Seven seine Position im Vorquartal deutlich. An der Börse notiert die Aktie aktuell bei knapp 39 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn rund 13 Prozent im Minus. Auf Monatssicht zeigt der Trend mit einem Plus von knapp 13 Prozent allerdings wieder nach oben.
Analysten bewerten die Papiere im Schnitt mit „Halten“ und sehen ein Kursziel von rund 65 US-Dollar. Die Experten wägen dabei die aktuelle Dominanz im GLP-1-Markt gegen den zunehmenden Preisdruck und die wachsende Konkurrenz ab. Die Trennung von Randbereichen wie der Parkinson-Forschung verschafft Novo Nordisk nun den nötigen Spielraum, um diese Marktführerschaft im Kerngeschäft konsequent zu verteidigen.
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