Semaglutid zeigt im Stoffwechselbereich weitere Wirkungen abseits der reinen Gewichtsabnahme. Bei einer am Donnerstag auf der Fachtagung EASD vorgestellten Auswertung der STEP-UP-Studie sank das Leberfett bei den Probanden deutlich. Von den Teilnehmern mit anfänglich erhöhten Werten wiesen 88,5 Prozent nach der Behandlung einen Leberfettanteil unter der Schwelle von 5 Prozent auf.
Ergänzend dazu legte Novo Nordisk am Mittwoch Daten aus der Untersuchung OCTANE vor. Patienten, die von Adipositas-Spritzen auf die Wegovy-Tablette umstiegen, verloren im Schnitt 4,1 Prozent ihres Körpergewichts. Die orale Darreichung gilt als wichtiger Faktor, um die Therapie im Alltag einfacher zu gestalten.
Für den dänischen Konzern sind diese Ergebnisse im Wettbewerb um innovative Stoffwechseltherapien wichtig. Neben der reinen Gewichtsreduktion rücken Folgeerkrankungen wie Leberverfettung zunehmend in den Fokus medizinischer Bewertungen. Novo Nordisk versucht so, den therapeutischen Nutzen seiner GLP-1-Wirkstoffe gegenüber aufkommenden Nachfolgepräparaten breiter zu untermauern.
Wachsender Wettbewerb und Sparmaßnahmen
Der Druck durch Konkurrenten nimmt spürbar zu. Der US-Rivale Eli Lilly meldete für seinen experimentellen Wirkstoff EloraTZP bei Erwachsenen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes einen Gewichtsverlust von bis zu 23,3 Prozent. Zugleich passt Novo Nordisk seine Strukturen auf dem nordamerikanischen Markt an.
Nach Unterlagen für das Arbeitsministerium von New Jersey plant der Konzern, bis zum 31. Dezember insgesamt 108 Stellen am US-Hauptsitz in Plainsboro abzubauen. Die Maßnahme fällt in eine Phase behördlicher Verzögerungen in den USA. Bei dem Hämophilie-A-Kandidaten Denecimig verlängerte die US-Gesundheitsbehörde FDA die Prüfung, da an einer Produktionsstätte Nachbesserungen laufen.
Die Verzögerung bei Denecimig berührt nach Unternehmensangaben den Finanzausblick für das Jahr 2026 nicht. Novo Nordisk strebt eine US-Markteinführung bei erfolgreicher Genehmigung weiterhin im ersten Halbjahr 2027 an. Ein neuer Entscheidungstermin durch die Behörde steht bisher nicht fest.
Aktienrückkäufe und Börsenbewertung
Begleitend zu den operativen Schritten setzt der Konzern sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm fort. Bis zum 25. September erwarb das Unternehmen rund 35,4 Millionen eigene B-Aktien. Dafür wendete Novo Nordisk bisher knapp 9,94 Milliarden DKK auf, bezogen auf ein Gesamtvolumen von bis zu 15 Milliarden DKK.
An den Finanzmärkten spiegeln sich der intensive Wettbewerb und die jüngsten Belastungen deutlich wider. Die Novo-Nordisk-Aktie schloss am Freitag bei 33,06 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von 25 Prozent. Die Marktkapitalisierung des dänischen Unternehmens liegt damit umgerechnet bei 146,62 Milliarden Euro.
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