Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk stellt seine Entwicklungspipeline im Bereich der Stoffwechselerkrankungen neu auf. Wie heute bekannt wurde, haben das Unternehmen und der heimische Kooperationspartner Ascendis Pharma ihre Lizenzvereinbarung über die Entwicklung einer langwirksamen Version des Wirkstoffs Semaglutid beendet. Die Rechte an dem monatlich zu verabreichenden Präparat fallen damit vollständig an Ascendis zurück.
Die Aktie von Novo Nordisk reagierte mit Abgaben auf die Neuigkeit und fiel heute um 2,1 Prozent auf 36,94 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang des Papiers damit auf 16 Prozent.
Lizenzrechte für Monatstherapie fallen zurück
Die nun beendete Partnerschaft bestand seit November 2024. Ziel des gemeinsamen Programms war es gewesen, unter Nutzung der sogenannten TransCon-Technologie von Ascendis Wirkstoffkandidaten mit kontrollierter Wirkstofffreisetzung gegen metabolische Erkrankungen zu entwickeln. Ascendis beabsichtigt nun, die Therapien für Diabetes und Gewichtsreduktion in Eigenregie voranzutreiben.
Für Novo Nordisk bedeutet der Schritt einen Einschnitt in der Verfolgung ultralang wirkender Adipositas-Therapien. Zwar strebt der Konzern weiterhin nach langfristig wirkenden Behandlungsansätzen, muss nach der Trennung jedoch neue Wege evaluieren. Marktbeobachter wiesen in diesem Zusammenhang zugleich auf offene Fragen hinsichtlich der tatsächlichen Markt- und Patientennachfrage nach solchen monatlichen Darreichungsformen hin.
Strategische Transformation unter Mike Doustdar
Die Beendigung der Kooperation fällt in eine Phase tiefgreifender Umstrukturierungen. Der Konzern tritt seit dem 14. September unter der Marke „Novo“ auf, während der offizielle Rechtsname unverändert Novo Nordisk A/S lautet. Konzernchef Mike Doustdar rief vor der Belegschaft eine strategische Neuausrichtung unter dem Titel „The Novo Way“ aus, die auf verstärkten Kundenfokus, Wettbewerbsfähigkeit, Klarheit und Fürsorge setzt.
Der Umbau erfolgt vor dem Hintergrund eines verschärften Wettbewerbs im Markt für Adipositas-Präparate, in dem der US-Konkurrent Eli Lilly zusehends Druck aufbaut. Für das Geschäftsjahr 2025 fielen bei den Dänen Transformationskosten in Höhe von rund 8 Milliarden dänischen Kronen an.
Hohe Mittel für Aktienrückkäufe
Parallel zu den Anpassungen in Pipeline und Markenauftritt führt das Unternehmen seine bestehenden Kapitalmaßnahmen fort. Im Rahmen des im Februar gestarteten Rückkaufprogramms über ein Gesamtvolumen von bis zu 15 Milliarden dänischen Kronen erwarb das Unternehmen bis zum 11. September insgesamt 33.084.179 eigene B-Aktien. Dafür wurden bisher rund 9,33 Milliarden Kronen aufgewendet. Am 21. September steht zudem der angekündigte Kapitalmarkttag des Unternehmens an.
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