Novo Nordisk hebt die Jahresprognose an. Treiber ist der anhaltende Schub bei den GLP-1-Medikamenten, vor allem im Geschäft mit Adipositas. Das dritte Quartal fiel nach Unternehmensangaben stärker aus als erwartet.
Starkes bereinigtes Ergebnis, Abschreibungen drücken den Gewinn
Der bereinigte Umsatz wuchs im dritten Quartal um 4 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Das bereinigte operative Ergebnis sprang um 27 Prozent auf 31,72 Milliarden dänische Kronen. Ein Teil des Zuwachses erklärt sich durch eine niedrige Vergleichsbasis: Im dritten Quartal 2025 hatten Transformationskosten von rund 9 Milliarden Kronen das Ergebnis belastet.
Das berichtete operative Ergebnis sank dagegen um 9 Prozent. Der Grund sind nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen von 8,7 Milliarden Kronen. Davon entfallen 4,6 Milliarden auf den Wirkstoffkandidaten Ziltivekimab, 4,1 Milliarden auf die Anpassung des Produktionsnetzwerks.
Wegovy-Pille als Wachstumstreiber
Die Wegovy-Pille steuerte im Quartal 5,39 Milliarden Kronen Umsatz bei. Sie war bis Ende September in den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Großbritannien und Deutschland am Markt. Inzwischen sind vier weitere Länder hinzugekommen, insgesamt sind es acht.
In den USA behauptet die Wegovy-Familie ihre Führungsposition bei neuen Patienten, mit mehr als 50 Prozent Anteil am Markt für Markenpräparate gegen Adipositas. Die im Mai eingeführte Ozempic-Pille zeigt ebenfalls Schwung: Die wöchentlichen Neuverordnungen liegen rund 100 Prozent über dem Niveau vor dem Start, damals noch unter der Marke Rybelsus.
Neue Prognose und Pipeline
Für 2026 erwartet Novo Nordisk nun bereinigtes Umsatz- und Betriebsergebniswachstum von jeweils minus 2 bis plus 2 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Die Spanne ist enger und reicht weiter nach oben als zuvor. Begründet wird das mit höheren Erwartungen an die GLP-1-Verkäufe.
In der Pipeline lieferte CagriSema in der Studie REDEFINE 9 einen Gewichtsverlust von 21 Prozent nach 68 Wochen. Bei Typ-2-Diabetes erzielte die Kombination in der Studie REIMAGINE 5 einen Gewichtsverlust von 12,4 Prozent gegenüber 9,1 Prozent unter Tirzepatid in der niedrigen Dosierung von 5 Milligramm. Konzernchef Mike Doustdar bereitet den US-Start von CagriSema für Anfang 2027 vor, vorbehaltlich der Zulassung.
Das Hämophilie-Mittel Frehemgo (Denecimig) hat in der EU eine positive CHMP-Empfehlung. Die ersten Markteinführungen in Europa sind um den Jahreswechsel geplant, sofern die volle Zulassung folgt. In den USA läuft die Prüfung noch, ein Start wird im ersten Halbjahr 2027 erwartet.
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