Zehn Tausend. So viele Patienten stehen bereits auf der Warteliste der britischen Online-Apotheke Chemist4U für die Wegovy-Pille von Novo Nordisk, und die britische Zulassung ist noch nicht mal durch. CEO James O’Loan sagte das am Mittwoch, ganz ohne Umschweife. Die Nachfrage ist also da, bevor das Produkt offiziell auf dem Markt ist.
Die Zulassung kommt, sagt er
Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hat noch nicht entschieden. Novo Nordisk hatte den Zulassungsantrag für die orale GLP-1-Therapie Ende vergangenen Jahres eingereicht. Weil die MHRA typischerweise rund acht Monate nach einem solchen Antrag entscheidet, rechnet O’Loan damit, dass die Wegovy-Pille in wenigen Wochen grünes Licht bekommt. Ob das so kommt, weiß er natürlich nicht mit Sicherheit. Aber der Mann hat ein kommerzielles Interesse daran, dass es schnell geht, das sei dazu gesagt.
Spritzen? Nein danke
Was den Befund interessant macht: Mehr als 75 Prozent der Interessenten auf der Chemist4U-Plattform haben noch nie eine Abnehmspritze verwendet. O’Loan erklärt das mit Bequemlichkeit und einer verbreiteten Abneigung gegen Injektionen. Eine Tablette ist für viele Patienten eben schlicht akzeptabler als eine Spritze. Das klingt banal, ist aber für Novo Nordisk kommerziell relevant, denn die Pille erschließt eine neue Patientengruppe, keine alte.
3 Millionen Verschreibungen in den USA
In den USA läuft der Wegovy-Pill bereits, seit Anfang des Jahres. Mehr als 3 Millionen Verschreibungen hat Novo Nordisk dort schon verbucht. Konkurrent Eli Lilly brachte im April mit Foundayo eine Rivaltherapie auf den Markt. Der Wettbewerb im oralen GLP-1-Segment ist demnach schon in vollem Gang.
Großbritannien wäre, wenn die MHRA zustimmt, der zweite Markt außerhalb der USA. Die Vereinigten Arabischen Emirate kamen Anfang Juni als erster internationaler Markt dazu. Für eine Aktie, die im laufenden Jahr bereits rund 17 Prozent verloren hat, klingt das nach dem richtigen Timing für gute Nachrichten. Ob es reicht, ist eine andere Frage.
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