Novo Nordisk gerät heute mit einem neuen Verkaufssignal unter Druck. Morgan Stanley stufte die Aktie von „Equal-weight“ auf „Underweight“ herunter und senkte das Kursziel auf 250 dänische Kronen. Die Papiere reagieren mit einem Minus von 2,8 Prozent und notieren bei 37,03 Euro.
Das Institut begründet den Schritt vor allem mit dem Patentablauf von Semaglutid, dem Wirkstoff hinter Ozempic und Wegovy. Das Medikament trägt nach Einschätzung der Analysten rund 75 Prozent des für 2026 erwarteten Umsatzes – und verliert in der ersten Hälfte der 2030er Jahre seinen Patentschutz.
Morgan Stanley rechnet zudem mit einem deutlich abgeschwächten mittelfristigen Wachstum: Für 2027 werden nur noch 2 bis 3 Prozent bei Umsatz und operativem Ergebnis erwartet, für den Zeitraum 2027 bis 2030 eine jährliche Wachstumsrate von 4 Prozent. Zum Vergleich setzt das Institut die europäische Pharmabranche insgesamt an, der es 4 Prozent Umsatz- und 7 Prozent Ergebniswachstum zutraut.
Orale Adipositas-Sparte reicht laut Morgan Stanley nicht aus
Ein weiterer Belastungsfaktor aus Sicht der Analysten ist der wachsende Konkurrenzdruck durch Eli Lilly. Zwar soll das orale Adipositas-Geschäft von Novo Nordisk bis 2031 auf ein Volumen von 10 Milliarden US-Dollar anwachsen. Das reiche jedoch nicht aus, um den Rückgang bei Semaglutid auszugleichen, so die Einschätzung.
Zusätzlich verweist Morgan Stanley auf einen Mangel an kurzfristigen positiven Impulsen vor dem Kapitalmarkttag am 21. September in London, bei dem das Management Strategie, Forschungspipeline und operative Entwicklung vorstellen will.
Der Kurs steht seit Wochen unter Druck. Bereits am Mittwoch hatten vorzeitig eingestellte Phase-3-Studien zu Ziltivekimab die Stimmung belastet, seither hat die Aktie 3,4 Prozent verloren. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 7,7 Prozent, auf Monatssicht auf 8,0 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 16 Prozent zu Buche, verglichen mit dem Stand vor rund zwölf Monaten sind es 20 Prozent.
Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen
Mit einem 14-Tage-RSI von 34,0 nähert sich die Aktie überverkauftem Terrain, ohne es formal zu erreichen. Zum 52-Wochen-Hoch vom 23. Januar bei 54,86 Euro fehlen mittlerweile 33 Prozent, während der Abstand zum Tief vom 2. März bei 30,25 Euro noch 22 Prozent beträgt. Der Kurs notiert damit klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 41,20 Euro und auch unter den längerfristigen Linien bei rund 40 Euro.
Nicht alle Analystenstimmen fallen so pessimistisch aus wie die von Morgan Stanley. HSBC hatte erst kürzlich das Kursziel auf 320 dänische Kronen angehoben, allerdings bei einer „Hold“-Einstufung.
Der breitere Analystenkonsens bewegt sich derzeit bei rund 309,7 dänischen Kronen, gestützt von überwiegend neutralen bis positiven Einstufungen. Die Spanne der Meinungen zeigt: Der Markt ist gespalten, ob die Wachstumssorgen der Semaglutid-Ära bereits eingepreist sind oder der Kurs noch weiteres Abwärtspotenzial birgt.
Anleger dürften ihren Blick nun auf den Kapitalmarkttag am 21. September richten. Dort will das Management Antworten liefern, wie die Zeit nach dem Patentablauf von Semaglutid gestaltet werden soll – ein Termin, der angesichts der aktuellen Kursschwäche an Bedeutung gewinnt.
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