Der Kurs der Novo Nordisk-Aktie legte am Donnerstag um 3,6 Prozent zu und schloss bei 37,74 Euro. Auslöser war die Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur, das Präparat Frehemgo zur Zulassung für die Behandlung von Hämophilie A zu empfehlen.
CHMP empfiehlt Frehemgo für Erwachsene und Kinder
Frehemgo, mit dem Wirkstoff Denecimig, ist ein bispezifischer Antikörper, der den Blutgerinnungsfaktor VIIIa nachbildet. Das Präparat richtet sich an Patienten mit und ohne Inhibitoren und lässt sich über einen vorgefüllten Pen verabreichen – wahlweise einmal monatlich, alle zwei Wochen oder wöchentlich.
In der FRONTIER-2-Studie senkte Denecimig die jährliche Blutungsrate signifikant. Die FRONTIER-5-Studie zeigte zudem keine neuen Sicherheitssignale bei Patienten, die von Emicizumab auf das neue Präparat umgestellt wurden.
Novo Nordisk plant den Marktstart in ausgewählten europäischen Ländern für das vierte Quartal 2026, eine breitere EU-weite Einführung soll Anfang 2027 folgen. Für Anleger ist die Nachricht mehr als nur eine weitere Zulassung: Sie zeigt, dass das Unternehmen seine Pipeline über das Kerngeschäft mit Diabetes- und Adipositas-Medikamenten hinaus diversifiziert.
Rebrand und Kapitalmarkttag rücken näher
Parallel zur Zulassungsnachricht bereitet sich Novo Nordisk auf einen tieferen strategischen Umbau vor. Das Unternehmen hatte am 14. September einen Rebrand von „Novo Nordisk“ zu „Novo“ angekündigt, verbunden mit einer neuen Unternehmenskultur unter dem Motto „The Novo Way“ und dem Slogan „Lasting Health Starts Now“.
Die rechtliche Firmierung als Novo Nordisk A/S bleibt davon unberührt, im Alltag soll künftig aber der kürzere Name dominieren. Details zur überarbeiteten Konzernstrategie will das Unternehmen auf einem Kapitalmarkttag am 21. September in London vorstellen.
Ergänzend dazu hatte Novo Nordisk am 16. September eine Kooperation mit dem KI-Unternehmen Anthropic verkündet. Ziel ist es, mithilfe des Sprachmodells Claude Science bestimmte Forschungs- und Entwicklungsabläufe zu beschleunigen und Herausforderungen in der Wirkstoffforschung gezielter anzugehen.
Aktienrückkauf läuft weiter
Auch operativ hält das Unternehmen an seinem Kapitalrückführungsprogramm fest. Bis zum 11. September hatte Novo Nordisk seit dem 4. Februar insgesamt 33.084.179 B-Aktien zu einem Durchschnittskurs von 281,89 DKK zurückgekauft, was einem Transaktionswert von rund 9,33 Milliarden DKK entspricht. Damit hält das Unternehmen inzwischen 47.124.876 eigene B-Aktien als Treasury Shares, das entspricht 1,1 Prozent des Grundkapitals. Das laufende Rückkaufprogramm ist Teil eines größeren, auf zwölf Monate angelegten Volumens von 15 Milliarden DKK und läuft bis zum 1. Februar 2027.
Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Aktie von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 54,86 Euro, erreicht im Januar, deutlich entfernt – der Abstand beträgt 31 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 14 Prozent zu Buche. Die Kombination aus regulatorischem Fortschritt bei Frehemgo, dem anstehenden Kapitalmarkttag und dem laufenden Rückkaufprogramm dürfte in den kommenden Tagen im Fokus der Anleger stehen.
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