Eli Lilly liefert neue Studiendaten — und Novo Nordisk muss sich warm anziehen. Der SURPASS-EARLY-Trial zeigt, dass Tirzepatide bei früh diagnostizierten Typ-2-Diabetikern deutlich besser abschneidet als Standardtherapien. Das trifft Novo Nordisk direkt im Kerngeschäft.
Was die Lilly-Studie bedeutet
Die Studie umfasste knapp 800 Erwachsene, die innerhalb der vorangegangenen vier Jahre an Typ-2-Diabetes erkrankt waren. Die Kontrollgruppe erhielt überwiegend andere GLP-1-Präparate — darunter Semaglutid-Produkte von Novo Nordisk. Nach zwei Jahren erreichten rund 60 Prozent der Tirzepatide-Patienten normale Blutzuckerwerte. In der Kontrollgruppe waren es nur 24 Prozent.
Das ist kein Randthema. GLP-1-Therapien sind das Herzstück von Novo Nordisks Geschäftsmodell. Und genau dort zeigt Lilly nun messbare Überlegenheit.
Kurs erholt sich — mit Einschränkungen
Die Aktie schloss den Freitag bei 39,05 Euro, praktisch unverändert. Auf Wochensicht steht ein Plus von 0,81 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 35,27 Euro — die Aktie notiert also deutlich darüber. Auf Jahressicht bleibt das Bild jedoch belastet: minus 12,59 Prozent seit Jahresbeginn, minus 35,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Jefferies-Analyst Michael Leuchten hält an seiner neutralen Einschätzung fest. Sein Kursziel: 270 dänische Kronen — das liegt unter dem aktuellen Kurs. Leuchten verweist damit implizit auf die strukturellen Risiken, die der jüngste Kursanstieg noch nicht vollständig einpreist.
Rückkaufprogramm stützt den Kurs
Novo Nordisk kauft weiter eigene Aktien zurück. Das laufende Programm umfasst bis zu 15 Milliarden dänische Kronen über zwölf Monate. Seit Februar hat das Unternehmen rund 17 Millionen B-Aktien zu einem Durchschnittspreis von 262,22 Kronen zurückgekauft — ein Transaktionsvolumen von 4,47 Milliarden Kronen. Das Programm läuft bis Februar 2027.
Quartalszahlen zeigen das eigentliche Problem
Der Q1-Bericht offenbarte, was die Lilly-Studie nun verschärft: Novo Nordisk kämpft mit Preisdruck im US-Markt. Bereinigt um einen einmaligen 340B-Effekt von 4,2 Milliarden US-Dollar sanken die Umsätze um vier Prozent — trotz wachsender GLP-1-Volumina. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen bereinigten Umsatzrückgang von vier bis zwölf Prozent.
Das Rückkaufprogramm federt ab. Die Lilly-Daten aber zeigen, dass der Wettbewerb im GLP-1-Markt schärfer wird — und Novo Nordisk beim Thema Wirksamkeit unter Beobachtung bleibt.
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