Bei Novo Nordisk richtet sich der Blick heute auf eine mögliche Anhebung der Jahresprognose. Jyske Bank erwartet vor dem für den 4. November angekündigten Quartalsbericht eine Verbesserung am unteren Ende des Ausblicks. Gleichzeitig dürfte der US-Preisdruck das Geschäft belasten. Für Anleger zählt deshalb weniger die Aussicht auf eine schnelle Rückkehr zum Wachstum als die Frage, ob der erwartete Rückgang geringer ausfällt.
Weniger Rückgang statt neuer Wachstumsschub
Nach Einschätzung von Jyske Bank könnte Novo Nordisk die Prognose für den bereinigten Umsatz auf einen Rückgang von bis zu 3% bei konstanten Wechselkursen verbessern. Beim operativen Gewinn erwartet das Haus eine neue Untergrenze von minus 4%. Bislang stellt Novo bei beiden Kennzahlen einen Rückgang von bis zu 6% in Aussicht.
Eine solche Anpassung wäre ein günstigeres Signal, aber noch keine Wachstumswende. Entscheidend wäre vielmehr, ob Novo die Belastungen durch niedrigere US-Preise besser auffangen kann. Die Erwartung einer Prognoseanhebung ist bislang eine Analysteneinschätzung und keine Unternehmensankündigung.
Die von Ekstra Bladet angeführten Bloomberg-Markterwartungen verdeutlichen die schwierige Ausgangslage: Der Quartalsumsatz dürfte währungsbereinigt um 4% gegenüber dem Vorjahr sinken. Für Ozempic wird ein Umsatzrückgang von mehr als 10% sowohl gegenüber dem Vorjahresquartal als auch gegenüber dem vorherigen Quartal erwartet.
Wegovy-Pille soll Preisdruck abfedern
Innerhalb des Wegovy-Geschäfts rechnen Analysten mit unterschiedlichen Entwicklungen. Die Tablette dürfte zulegen, während die injizierbare Version unter Konkurrenz und Preisdruck steht. Damit kommt es nicht allein auf das Wachstum des neuen Formats an, sondern auch darauf, wie stark das bestehende Geschäft nachgibt.
Sydbank erwartet für die Wegovy-Pille einen Quartalsumsatz von 4,25 Mrd. DKK. Bei der injizierbaren Variante prognostiziert das Haus einen Rückgang um 2% auf 19,99 Mrd. DKK. Als Belastungen nennt es die Konkurrenz durch Zepbound sowie niedrigere Preise in den USA.
Für Anleger ergibt sich daraus ein klarer Prüfpunkt: Ein stärkeres Tablettengeschäft wäre positiv. Für die Bewertung des Gesamtgeschäfts muss es jedoch zusammen mit der Entwicklung der Injektionen und von Ozempic betrachtet werden. Wachstum bei einem Produkt bedeutet nicht automatisch steigende Erlöse für Novo insgesamt.
Rückkäufe laufen parallel weiter
Unabhängig vom operativen Ausblick setzt Novo Nordisk seine Aktienrückkäufe fort. Wie das Unternehmen heute mitteilte, kaufte es zwischen dem 26. Oktober und gestern rund 1,44 Mio. B-Aktien für rund 377 Mio. DKK zurück.
Die Rückkäufe sind damit eine laufende Kapitalmaßnahme und kein neu aufgelegtes Programm. Sie beantworten nicht die operative Frage nach der künftigen Umsatzentwicklung.
Seit dem 4. Februar erreichte der Rückkaufwert 11,564 Mrd. DKK. Das Gesamtprogramm sieht innerhalb von zwölf Monaten Käufe von bis zu 15 Mrd. DKK vor. Der nächste entscheidende Impuls liegt damit beim Ausblick: Eine bessere Prognose müsste zeigen, dass Novo den Preisdruck zumindest stärker begrenzen kann als bisher angekündigt.
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