Der Markt für Abnehmspritzen wird enger. Während Novo Nordisk und Eli Lilly das GLP-1-Geschäft bislang weitgehend unter sich aufteilen, meldet sich am Dienstag ein weiterer Herausforderer zu Wort — und Novo Nordisk selbst sichert sich parallel Zugriff auf eine neue Verabreichungstechnologie.
Kailera Therapeutics hat positive Topline-Daten aus einer Phase-3-Studie zu seinem oral verfügbaren GLP-1-Rezeptor-Agonisten vorgelegt. Der Wirkstoff, in China unter der Bezeichnung HRS-7535 bekannt, zeigte in der Studie überzeugende Ergebnisse. Für Novo Nordisk und Eli Lilly ist das ein weiteres Signal: Das Duo bleibt zwar vorerst tonangebend, doch die Zahl der Firmen, die sich mittelfristig Marktanteile im Milliardengeschäft sichern wollen, wächst spürbar.
Blick auf Implantat-Technologie
Zeitgleich hat Novo Nordisk eine Vereinbarung mit dem US-Biotech-Unternehmen Vivani Medical geschlossen. Im Rahmen der nicht-exklusiven Kooperation wird Novo Nordisk das von Vivani entwickelte Implantat NPM-139 intern evaluieren — ein miniaturisiertes, ultra-langwirksames Semaglutid-Implantat für die chronische Gewichtsmanagement-Therapie. Die Technologie basiert auf Vivanis NanoPortal-Plattform und soll Patienten eine Behandlungsoption mit nur ein bis zwei Anwendungen pro Jahr bieten, anstelle wöchentlicher Injektionen oder täglicher Tabletten.
Vivani plant für Mitte 2026 den Start einer ersten klinischen Phase-1-Studie am Menschen, in der NPM-139 gegen Wegovy-Injektionen als Vergleichspräparat getestet werden soll. Ziel ist es, Sicherheit, Pharmakokinetik und Verträglichkeit des Implantats zu untersuchen, bevor eine Phase-2-Dosisfindungsstudie folgen könnte. Für Novo Nordisk ist die Vereinbarung nicht exklusiv — das Unternehmen behält sich damit die Möglichkeit offen, verschiedene Verabreichungstechnologien parallel zu prüfen, ohne sich frühzeitig festzulegen.
Beide Entwicklungen zeigen, wie dynamisch sich das Wettbewerbsfeld rund um GLP-1-Therapien derzeit verändert. Auf der einen Seite drängen orale Alternativen wie die von Kailera in den Markt, auf der anderen Seite sondiert Novo Nordisk selbst neue Wege, um die Therapietreue seiner Patienten langfristig zu verbessern. Wie schnell sich diese frühen Kooperationen und Studienergebnisse tatsächlich in kommerzielle Produkte übersetzen, dürfte sich frühestens mit den für 2026 erwarteten Studienresultaten abzeichnen.
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