Liebe Leserinnen und Leser,
Novo-Nordisk-Aktionäre haben ziemlich schlechte Monate hinter sich. Vom Allzeithoch im Sommer 2024 verlor das Papier zeitweise drei Viertel seines Wertes – eine Talfahrt, die in dieser Größenordnung für einen der profitabelsten Pharmakonzerne der Welt kaum nachzuvollziehen ist. Der Tiefpunkt lag Anfang März 2026 bei rund 30 Euro, inzwischen notiert die Aktie bei knapp 39 Euro. Es gibt gute Gründe anzunehmen, warum das nicht das letzte Wort gewesen sein dürfte.
Das hat die Aktie in den Keller geschickt
Wieso aber stürzte die Novo-Aktie so stark ab? – Der Hauptgrund für den Absturz ist die Absatzentwicklung der Abnehmpille Wegovy. Sie war es, die die Novo-Aktie überhaupt erst von 30 Euro auf 130 Euro geführt hat. Als dann US-Preisdruck und wachsender Wettbewerb durch Eli Lilly die Wachstumsperspektiven eintrübten, verkaufte die Börse gnadenlos. Was dabei verloren ging, war der Blick auf das Gesamtbild: Die Aktie notierte wieder dort, wo sie vor Wegovy stand – so als hätte der Blockbuster nie existiert.
An dieser Stelle lohnt ein ehrlicher Blick auf den Wettbewerb. Eli Lilly hat Novo Nordisk beim US-Marktanteil inzwischen überholt, Konkurrent Zepbound hält über 50% des verschreibungspflichtigen Adipositas-Marktes. Die ursprüngliche Annahme, Novo Nordisk werde diesen Markt langfristig allein dominieren, muss man heute realistischer einordnen. Der entscheidende Denkfehler liegt jedoch darin zu glauben, es könne nur einen Gewinner geben. Weltweit leiden über eine Milliarde Menschen an Übergewicht oder Adipositas, die allermeisten werden heute noch gar nicht behandelt. Der globale Markt für Adipositas-Therapien wird bis Ende des Jahrzehnts auf rund 100 Mrd. Dollar geschätzt. Es gibt wie bei Erkältungsmedizin Platz für mehr als einen Anbieter.
Investoren reagieren mit Erleichterung auf Q1-Zahlen
Dass Wegovy weiterhin ein großer Erfolg ist, zeigen die Q1-Zahlen 2026. Der Umsatz im Adipositas-Bereich stieg währungsbereinigt um 22%, getragen von der seit Januar in den USA verfügbaren Wegovy-Pille. Allein im ersten Quartal wurden rund 1,3 Mio. Rezepte ausgestellt – der stärkste GLP-1-Volumenstart der Unternehmensgeschichte. Bemerkenswerter noch: 80% der Nutzer hatten zuvor noch kein ähnliches Mittel eingenommen. Die Pille erschließt also keine Konkurrenzpatienten, sondern einen völlig neuen Patientenkreis. Das Management hob die Jahresprognose daraufhin an, die Aktie sprang am Tag der Zahlen um rund 7%.
Seit Anfang dieser Woche ist die Ozempic-Pille in über 70.000 US-Apotheken erhältlich. Die Befürchtung, die Pille könnte die profitablen Injektionsstifte kannibalisieren, wies Unternehmenschef Doustdar vor Analysten zurück: Die Wechselbereitschaft bestehender Patienten sei gering, viele neue Nutzer hätten Spritzen zuvor grundsätzlich abgelehnt. Zusätzlich positiv: Generika-Konkurrenz für Ozempic in China ist dank eines Datenschutzabkommens bis mindestens April 2027 verzögert.
Nächste Wachstumstreiber stehen bereit
Zuletzt ist CagriSema zu nennen, ein Kombinationspräparat, das in Studien einen mittleren Gewichtsverlust von rund 22% erzielt hat – und damit sogar über dem liegt, was Wegovy allein erreicht. Die FDA-Zulassung wird noch für dieses Jahr erwartet. Sollte CagriSema die Erwartungen erfüllen, wäre das ein weiterer Wachstumstreiber, der im aktuellen Kurs schlicht nicht eingepreist ist. Auf dem europäischen Adipositas-Kongress Mitte Mai präsentiert Novo Nordisk gleich 52 wissenschaftliche Studien, darunter Daten zur nächsten Medikamenten-Generation.
Mehr als ein Abnehmmedikamenten-Unternehmen
Novo Nordisk ist ein über hundert Jahre alter Gesundheitskonzern, der rund 68.000 Menschen in 80 Ländern beschäftigt und in rund 170 Ländern etliche Produkte abseits von Wegovy und Ozempic vertreibt. Das Diabetesgeschäft bildet das Fundament und liefert nach wie vor Milliardenumsätze – unabhängig davon, wie sich der Wettbewerb bei Abnehmmedikamenten entwickelt. Zusätzlich forscht Novo an seltenen Erkrankungen: Der Wirkstoff Etavopivat erfüllte in der höchsten klinischen Entwicklungsstufe beide primären Endziele bei Sichelzellanämie, einer schweren Erbkrankheit des Blutes, für die es kaum wirksame Therapien gibt. Seltene Erkrankungen sind medizinisch unterversorgt und wirtschaftlich hochattraktiv – die Preissetzungsmacht ist enorm.
Bewertung lässt Spielraum nach oben
Mit einem KGV von rund 13 auf Basis der 2025er-Gewinne ist Novo Nordisk nicht nur im historischen Vergleich günstig bewertet, sondern auch im Vergleich zu vielen börsennotierten Wettbewerbern. Der Markt hat mit über einem Dutzend Verlust-Monaten seit Sommer 2024 aus meiner Sicht klar übertrieben. Bei den deutlich zurückgekommenen Erwartungen besteht nach oben sogar wieder Überraschungspotenzial. Wer auf der Suche nach einem Pharmawert mit solider Substanz, mehreren Wachstumstreibern und einer Bewertung ist, die die schlechten Nachrichten längst eingepreist hat, sollte sich Novo Nordisk im Detail anschauen.
Es ist gut vorstellbar, dass die Aktie ihren Tiefpunkt gesehen hat. Nach dem Rerating notiert das Papier zwar nicht weit unter dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten. Doch das Kursziel ist das erste Mal seit vielen Monaten im Zuge der Zahlen wieder gestiegen und nicht wenige Investoren achten auf den Kurszieltrend. Steigt der, ist das häufig ein guter Einstiegszeitpunkt.
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