Hacker haben interne Systeme von Novo Nordisk infiltriert. Dabei flossen sensible Informationen aus klinischen Studien ab. Der dänische Pharmakonzern bestätigt den unautorisierten Zugriff auf Patientendaten. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt.
Keine direkten Namen erbeutet
Die Angreifer kopierten Datensätze nach extern. Darunter befinden sich Patienten-IDs, Geburtsjahre, Geschlecht und Gesundheitsdaten. Novo Nordisk versucht zu beruhigen. Direkte Identifikatoren wie Namen fehlen. Dritte können die Studienteilnehmer laut Unternehmensangaben nicht direkt identifizieren.
Der Konzern schaltete externe Cybersicherheitsexperten ein. Einige IT-Systeme gingen vorübergehend vom Netz. Das Kerngeschäft läuft derweil normal weiter. Auch die Behörden sind bereits informiert.
Wichtige Studienphase steht an
Der Vorfall trifft eine sensible Phase der Medikamentenentwicklung. Novo Nordisk plant für das zweite Halbjahr 2026 ein wichtiges Phase-3-Programm. Es geht um den Wirkstoff Zenagamtide für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes.
Die vorherigen Studienergebnisse überzeugten. Die höchste Dosis erzielte nach 36 Wochen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 14,6 Prozent. Der Langzeitblutzuckerwert sank um bis zu 1,71 Prozentpunkte.
Aktienrückkauf und Kursverfall
Parallel dazu stützt das Management den Kurs. Ein milliardenschweres Rückkaufprogramm läuft. Bis Anfang Juni erwarb Novo Nordisk fast 18,8 Millionen Aktien. Der Durchschnittspreis lag bei 264,32 Dänischen Kronen.
An der Börse bleibt die Lage angespannt. Die Aktie notiert aktuell bei 37,79 Euro. Auf Jahressicht verlor das Papier rund 46 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 15 Prozent auf der Kurstafel.
Der Cyberangriff reiht sich in eine Serie von Attacken auf die Gesundheitsbranche ein. Die internen Ermittlungen bei Novo Nordisk dauern an. Ein Datum für den Abschluss der Untersuchung nannte das Unternehmen nicht. Bis dahin bleibt das exakte Ausmaß des Datenabflusses unklar.
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