Es ist eine paradoxe Konstellation: Novo Nordisk übertrifft die Erwartungen, hebt die Jahresprognose an und wird an der Börse trotzdem abgestraft. Der dänische Pharmakonzern legte seine Quartalszahlen einen Tag früher als geplant vor, doch statt Aufbruchstimmung machte sich zunächst Enttäuschung breit. Erst danach fing sich das Papier wieder etwas.
Zahlen über Erwartung, Prognose angehoben
Im zweiten Quartal stieg der bereinigte Umsatz um 7 Prozent auf 78,49 Milliarden dänische Kronen, umgerechnet rund 12,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten lediglich 10,9 Milliarden Dollar erwartet. Der bereinigte operative Gewinn wuchs um 11 Prozent auf 33,39 Milliarden Kronen. Auf dieser Basis hob Novo Nordisk den Ausblick an. Umsatz und operatives Ergebnis sollen zu konstanten Wechselkursen nun um maximal 6 Prozent sinken, zuvor war ein Rückgang zwischen 4 und 12 Prozent veranschlagt worden. Als Treiber nannte das Management die höhere US-Nachfrage nach seinen GLP-1-Medikamenten sowie erfolgreiche Produktstarts im Ausland.
Warum die Aktie dennoch nachgab
Die Skepsis speist sich aus den Details. Ein Teil der Umsatzüberraschung ging auf günstige Rabattanpassungen in den USA beim Präparat Ozempic zurück, also auf Sondereffekte statt auf reines Mengenwachstum. Die Wegovy-Pille, das oral einzunehmende Abnehmmedikament, verfehlte mit erzielten Umsätzen von 3,22 Milliarden Kronen knapp die Analystenerwartung von 3,33 Milliarden Kronen.
Analysten verwiesen zudem auf enttäuschende Studiendaten: Ein experimentelles Herz-Kreislauf-Medikament brachte nicht die erhoffte Risikominderung, und das Diabetes- und Adipositasmittel der nächsten Generation, Cagrisema, schnitt bei der blutzuckersenkenden Wirkung schwächer ab als das Konkurrenzprodukt von Eli Lilly.
Novo Nordisk Aktie Chart
Abnehmpille als Hoffnungsträger
Trotzdem bleibt die Wegovy-Pille ein starker Wachstumstreiber. Gegenüber dem Vorquartal legten ihre Umsätze um 43 Prozent zu. Seit dem US-Start im Januar hat die Tablette weltweit über fünf Millionen Verschreibungen erreicht. Bemerkenswert: Rund 80 Prozent der Patienten nehmen damit erstmals überhaupt ein GLP-1-Präparat ein, viele scheuen die Injektion. Konzernchef Mike Doustdar sieht Potenzial für steigende Margen, sobald Patienten auf höhere und teurere Dosierungen wechseln. Transformative Übernahmen schloss er aus, für ergänzende Zukäufe zeigte er sich offen.
Novo Nordisk war im Sommer 2024 mit über 500 Milliarden Euro Börsenwert das wertvollste Unternehmen Europas, inzwischen sind es nur noch knapp 180 Milliarden. Der Konzern bleibt hochprofitabel und wächst im Kerngeschäft, doch die Börse fokussiert sich auf die Pipeline und den Wettbewerb mit Eli Lilly. Solange Novo als reine GLP-1-Wette gilt, dürfte jede Enttäuschung überproportional wirken. Die Chance liegt in genau der Abnehmpille, an der sich derzeit auch die Zweifel entzünden.
Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 05. August liefert die Antwort:
Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
