Novo Nordisk-Aktie: Gut, aber nicht gut genug?

Der Pharmariese meldet vielversprechende Ergebnisse für einen neuen Diabetes-Wirkstoff, doch Analystenabwertungen und Governance-Bedenken belasten die Aktie.

Auf einen Blick:
  • Neuer Dreifach-Agonist übertrifft Semaglutid in Studie
  • Jefferies senkt Kursziel für US-Geschäft
  • Norwegischer Staatsfonds kritisiert Governance-Struktur
  • Aktienkurs bleibt weit unter alten Höchstständen

Auch Mittwochmittag kam die Novo Nordisk-Aktie kaum vom Fleck. So verzeichnete der Pharma-Titel ein Minus von 0,3 % auf 31,8 Euro. Das Papier bleibt damit meilenweit entfernt von alten Höchstständen (Stand: 25.03.2026, 12:30 Uhr).

Novo Nordisk-Aktie: Konzern meldet starke Daten zu Diabetes-Wirkstoffen

Dabei hatte das norwegische Unternehmen am Mittwoch eigentlich ganz gute Nachrichten in petto. So haben Novo Nordisk und der chinesische Partner United Biotechnology starke Phase‑2‑Daten für den neuen Dreifach‑Agonisten UBT251 gemeldet.

Der Wirkstoff kombiniert die Aktivierung der Rezeptoren für GLP‑1, GIP und Glukagon und soll sowohl den Blutzucker senken als auch das Körpergewicht reduzieren.

In der Studie mit 211 chinesischen Patientinnen und Patienten mit Typ‑2‑Diabetes erzielte UBT251 nach 24 Wochen eine HbA1c‑Senkung von bis zu 2,16 Prozentpunkten – deutlich mehr als Semaglutid 1 mg (1,77 Prozentpunkte) und klar über Placebo. Auch beim Gewicht zeigte sich ein starker Effekt: Die Teilnehmer verloren im Schnitt bis zu 9,8 Prozent ihres Körpergewichts, während Semaglutid 1 mg auf 4,8 Prozent kam. Zusätzlich verbesserten sich weitere Gesundheitsparameter wie Taillenumfang, Blutdruck und Blutfette.

Die Verträglichkeit entsprach dem bekannten Profil ähnlicher Wirkstoffe. United Biotechnology plant nun zwei Phase‑3‑Studien in China. Novo Nordisk will in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine globale Phase‑2‑Studie für Typ‑2‑Diabetes starten und führt bereits eine internationale Studie im Bereich Gewichtsmanagement durch, deren Ergebnisse 2027 erwartet werden.

Für Novo Nordisk unterstreichen die Daten das Potenzial der nächsten Wirkstoffgeneration, die über die bisherigen GLP‑1‑Therapien hinausgeht. Dennoch gab es für die Aktie zuletzt erneut Rückschläge – auch unabhängig vom allgemeinen Kursdruck infolge des Iran-Kriegs.

Novo Nordisk-Aktie: Es gibt auch Gegenwind

So hat die Investmentbank Jefferies ihr Kursziel für die Novo Nordisk-Aktie leicht reduziert und dabei auf schwächere Absatzprognosen für das US-Geschäft hingewiesen. Zudem sorgen Bedenken des Großaktionärs Norges Bank Investment Management für Aufsehen.

Dieser verwaltet den einflussreichen norwegischen Staatsfonds und äußerte Kritik an der Doppelrolle von Chairman Lars Rebien Sorensen, der auch als Chef der Novo Nordisk Foundation agiert. Diese Stiftung ist gleichzeitig über eine Tochtergesellschaft der größte Aktionär von Novo Nordisk.

Dies könnte laut Norges Bank Investment Management auf einen Interessenskonflikt hindeuten, weshalb sich der Fonds bei der Wiederwahl des Managers auf der anstehenden Hauptversammlung enthalten will.

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