Am Freitag hat Novo Nordisk vor dem illegalen Weiterverkauf entwendeter Insulin-Pens gewarnt. Die Injektionshilfen waren zuvor bei einem niederländischen Großhändler gestohlen worden. Nach Angaben des Unternehmens besteht das konkrete Risiko, dass die Einheiten unrechtmäßig als Mittel zur Gewichtsreduktion vertrieben werden.
Der dänische Hersteller stellte klar, dass die betroffenen Präparate Insulin und nicht den Wirkstoff Semaglutid enthalten. Eine missbräuchliche Anwendung durch Personen ohne Diabetes berge schwerwiegende gesundheitliche Risiken. Die Warnung fällt in eine Phase, in der die hohe Nachfrage nach modernen Schlankheitsmitteln anhält und immer wieder zu kriminellen Vertriebsversuchen führt.
Gedämpfte Erwartungen vor den Quartalszahlen
Auch an den Finanzmärkten stand der Konzern zuletzt unter Beobachtung. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 34,49 Euro, womit sich der Kursverlust seit Jahresbeginn auf 22 Prozent summiert. Neben den Herausforderungen beim Vertrieb blicken Marktteilnehmer mit Spannung auf die Vorlage der Finanzergebnisse für die ersten drei Quartale, die das Unternehmen am 4. November präsentieren wird.
Im Vorfeld der Zahlen äußerten sich Analysten verhaltener. Evan Seigerman von BMO Capital senkte am 12. Oktober das Kursziel auf 40 $ und stufte die Aktie mit „Market Perform“ ein. Er begründete die Anpassung mit einer anspruchsvollen Vorjahresbasis für das Diabetesmittel Ozempic in den USA sowie sinkenden Marktanteilen, die das Erlöswachstum im dritten Quartal bremsen dürften.
Zusätzlicher Gegenwind zeichnet sich bei den langfristigen Margen ab. Die US-Bank Citi reduzierte ihr Kursziel am 9. Oktober auf 296 DKK und bestätigte ihre Einschätzung mit „Neutral“. Als wesentliche Gründe nannten die Analysten höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie die Erwartung weitgehend stabiler Margen, was die Gewinnperspektiven für die kommenden Jahre dämpft.
Rückkaufprogramm als Stütze
Um den Kurs zu stützen, setzt das Management weiterhin auf Kapitalmaßnahmen. Im Rahmen des im Februar aufgelegten Rückkaufprogramms mit einem Gesamtvolumen von bis zu 15 Milliarden DKK erwarb der Konzern kontinuierlich eigene Anteile. Zusammen mit der anstehenden Berichterstattung über die ersten neun Monate dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen, ob die operative Entwicklung die Erwartungen stabilisieren kann.
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