Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von Novo Nordisk ist mit einem kleinen Aufschlag von 0,7 Prozent auf 33,30 Euro in den Freitagshandel in Frankfurt gestartet. Damit allerdings korrigierten die Papiere des dänischen Pharmakonzerns lediglich den Kursverlust vom Vortag. An diesem war die Novo-Aktie nämlich von zuvor eben diesen 3,30 Euro auf letztlich 33,05 Euro zurückgefallen. Das kam einigermaßen überraschend, denn am Donnerstag hatte das Unternehmen einen Erfolg vermeldet – ohne entsprechende Reaktion der Märkte.
Novo Nordisk meldete Studienerfolg
Novo Nordisk gab am Vortag positive Ergebnisse der Phase-3a-Studie PIONEER TEENS bekannt, in der orales Semaglutid bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren mit Typ-2-Diabetes untersucht wurde. „Orales Semaglutid zeigte in der Studie eine stärkere Senkung des HbA1c-Werts (ein Maß für die Blutzuckerkontrolle) als Placebo und wies ein gut verträgliches Sicherheitsprofil auf, das mit früheren Semaglutid-Studien von Novo Nordisk übereinstimmt“, hieß es in der Mitteilung. Orales Semaglutid sei in der EU und den USA bereits unter dem Namen Rybelsus® erhältlich und wird in den USA demnächst als Ozempic®-Tablette verfügbar sein.
Dies ist nach Novo-Angaben die erste klinische Studie mit einem oralen GLP-1-Rezeptorantagonisten (GLP-1-RA) in dieser Altersgruppe „und adressiert einen dringenden, bisher ungedeckten Bedarf“. Vorbehaltlich der behördlichen Zulassung habe orales Semaglutid das Potenzial, der erste und einzige orale GLP-1-RA zu sein, der bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes eine überlegene glykämische Wirksamkeit gegenüber Placebo nachweise. Zugleich behalte sie das bewährte Sicherheitsprofil der gesamten Semaglutid-Produktpalette.
- Aktuelle Leitlinien empfehlen Metformin und Insulin als Erstlinientherapie, schreibt Novo Nordisk
- Metformin führe jedoch bei etwa der Hälfte der Jugendlichen zu einer unzureichenden Blutzuckerkontrolle
Typ-2-Diabetes ist ein wenötweites Problem
„In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Prävalenz von Typ-2-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen deutlich zugenommen. Dennoch sind die Behandlungsmöglichkeiten für diese Patientengruppe weiterhin begrenzt, was einen erheblichen ungedeckten Bedarf verdeutlicht“, so Martin Holst Lange, Chief Scientific Officer und Executive Vice President, Forschung & Entwicklung, bei Novo Nordisk. Orales Semaglutid habe bereits bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes eine klinisch relevante glykämische Wirksamkeit und ein gut etabliertes Sicherheitsprofil gezeigt, zusätzlich zu nachgewiesenen kardiovaskulären Vorteilen, die für dieses Molekül einzigartig seien.
Typ-2-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen ist laut Novo eine schwere und fortschreitende Erkrankung, die stark mit einem erhöhten Risiko für vorzeitigen Tod im Erwachsenenalter verbunden ist. Im Jahr 2021 lebten laut Novo weltweit 14,6 Millionen Jugendliche mit Typ-2-Diabetes. Bis 2030 wird diese Zahl voraussichtlich auf 20,9 Millionen ansteigen.
Novo-Aktie mit 40 Prozent im Jahresminus
Und so kommt ein Studienerfolg in diesem Bereich für die gebeutelte Aktie der Dänen genau zur richtigen Zeit, könnte man annehmen. Die Anleger allerdings zeigen sich bislang unbeeindruckt. Aus den letzten sieben Handelstagen liegt die Novo-Aktie noch immer deutlich im Minus. Im zurückliegenden Jahr hat der Pharmariese gar 40 Prozent seines Börsenwerts eingebüßt.
Möglicherweise sind es die zurückhaltenden Analysteneinschätzungen aus den vergangenen Wochen, die ein Comeback bislang verhindern. Drei Häuser hatten sich in dieser Woche gemeldet – allerdings vor der guten Nachricht.
- Deutsche Bank: 275,00 DKK
- JP Morgan: 250,00 DKK
- Jefferies: 270,00 DKK
Bescheidenes Kursziel für Novo Nordisk
Mit umgerechnet 36,80 Euro sieht selbst der zuversichtlichste Analyst, Emmanuel Papadakis von der Deutschen Bank, bei der Novo-Aktie nur noch wenig Luft nach oben. Er verwies in einem am Mittwoch vorliegenden Kommentar auf seine kurzfristigen Einschätzungen zu aktuellen Trends bei oral einzunehmenden Adipositas-Mitteln sowie auf das Feedback von Ärzten. Die Markteinführung von Wegovy verlaufe zwar weiterhin besser als erwartet, entscheidend dürften jedoch die kommenden herausfordernden Wochen werden, schrieb er.
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