Novo Nordisk schließt am Freitag bei 43,32 Euro, ein Plus von 1,29 Prozent. Über 30 Tage steht ein Kursgewinn von 16,78 Prozent zu Buche. Zum Rekordhoch von 61,20 Euro aus dem Juli 2025 fehlen dennoch fast 30 Prozent.
Zwei Entwicklungen treiben die Aktie: neue Kursziele von Analysten und eine wachsende Pipeline bei Abnehmpräparaten. Der Kurs hat sich seit dem Jahrestief von 30,25 Euro im März spürbar erholt.
Analysten sehen mehr Potenzial
HSBC hebt das Kursziel von 280 auf 300 dänische Kronen an und bleibt bei „Hold“. Danske Bank geht weiter und ruft 365 Kronen aus, verbunden mit einer Kaufempfehlung.
Der Analystenkonsens bleibt insgesamt positiv. 14 von S&P Global befragte Analysten kommen im Schnitt auf ein Kursziel von 46,72 US-Dollar, die Bandbreite reicht von 39,56 bis 64,19 Dollar. Die Mehrheit stuft die Aktie als Kauf ein.
Neue Partnerschaft bei Implantaten
Novo Nordisk erweitert sein Angebot an Langzeit-Therapien. Das Unternehmen unterzeichnet eine Vereinbarung mit Vivani Medical zur Prüfung von NPM-139 — einem Semaglutid-Implantat auf Basis von Vivanis NanoPortal-Technologie.
Der Deal bleibt schmal gehalten: Keine Exklusivität, keine Vorauszahlung, keine Meilensteine oder Lizenzgebühren. Novo Nordisk darf die Technologie lediglich intern und nicht-exklusiv testen. Vivani plant für Mitte 2026 eine erste klinische Studie am Menschen, mit Wegovy-Injektionen als Vergleichsgruppe.
Wegovy-Tablette startet in Großbritannien
Die orale Version von Wegovy kommt nun auch zu britischen Privatpatienten. Ein Starterpaket kostet 69 britische Pfund, die monatliche Höchstdosis 189 Pfund. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS übernimmt die Kosten bislang nicht.
Klinische Daten zeigen einen Gewichtsverlust von bis zu 17 Prozent über 52 Wochen. Parallel zur Markteinführung erweitert die britische Arzneimittelbehörde die Zulassung: Semaglutid darf künftig auch gegen fortgeschrittene Leberfibrose eingesetzt werden.
In den USA läuft die Tablette bereits deutlich schneller an. Innerhalb von nur fünf Monaten zählt das Präparat über drei Millionen Verschreibungen, die meisten davon bei Erstanwendern.
Eli Lilly setzt in Asien nach
Trotz der guten Nachrichten bleibt der Wettbewerbsdruck hoch. Besonders in Südkorea macht Eli Lilly Tempo. Novos koreanische Tochter hat deshalb in diesem Monat ihre Diabetes- und Adipositas-Sparten zusammengelegt — Branchenbeobachter werten das als Reaktion auf den aggressiven Vorstoß des US-Konkurrenten.
Die Zahlen geben ihnen recht. Lillys Mounjaro erzielte im ersten Quartal in Südkorea rund 323,2 Milliarden Won Umsatz. Wegovy kam im selben Zeitraum nur auf 104 Milliarden Won — ein Drittel davon.
Aktienrückkauf stützt den Kurs
Seit dem 4. Februar 2026 hat Novo Nordisk rund 23 Millionen B-Aktien zu einem Durchschnittspreis von 270,32 Kronen zurückgekauft. Das entspricht Ausgaben von etwa 6,2 Milliarden Kronen. Das Unternehmen hält damit inzwischen fast 40,2 Millionen eigene B-Aktien, gleichbedeutend mit 0,9 Prozent des Grundkapitals.
Das Programm läuft über bis zu zwölf Monate und hat ein Gesamtvolumen von 15 Milliarden Kronen.
Der Kurs notiert derzeit rund 9,6 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 39,51 Euro und knapp 6,7 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,60 Euro. Ein RSI-Wert von 66 signalisiert eine Annäherung an überkaufte Zone. Analystenupgrades, die Vivani-Kooperation und die neuen Zulassungen liefern frische Impulse — die Halbjahreszahlen des Unternehmens dürften zeigen, ob sich diese Dynamik fortsetzt.
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