Es ist ein klassischer Zug aus dem Pharma-Spielbuch: Bevor das Patent ausläuft, sucht man nach jedem rechtlichen Hebel, der die Konkurrenz noch ein bisschen länger draußen hält. Novo Nordisk macht das gerade in China, und zwar mit Ozempic.
Datenschutz statt Patentschutz
Laut einem Bloomberg-Bericht hat Novo Nordisk die chinesischen Behörden darüber informiert, dass dem Unternehmen bestimmte Datenschutzrechte zustehen. Der Effekt, wenn die Argumentation Erfolg hat: Generika-Versionen des GLP-1-Wirkstoffs Semaglutid könnten frühestens nächstes Jahr auf den chinesischen Markt kommen. Das ist kein Patentschutz im klassischen Sinne, sondern ein Anspruch auf den Schutz klinischer Daten, die Novo Nordisk für die Zulassung eingereicht hat. Andere Hersteller dürfen sich auf diese Daten demnach nicht einfach stützen.
China ist kein Randmarkt
Wer glaubt, das sei ein Randgefecht um einen Nebenmarkt, irrt. China ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte für Adipositas- und Diabetesmedikamente weltweit. Und der Preisdruck durch heimische Generikahersteller ist dort besonders heftig. Dass Novo Nordisk diesen Hebel jetzt zieht, zeigt, wie ernst das Unternehmen den chinesischen Markt nimmt, und wie viel auf dem Spiel steht.
Ein Jahr Aufschub, mehr nicht
Illusionen sollte man sich allerdings nicht machen. Ein Jahr ist in der Pharmawelt kein langer Vorsprung. Chinesische Generikahersteller sind gut aufgestellt, die Zulassungsprozesse laufen längst. Novo Nordisk kauft Zeit, keine Sicherheit. Ob das reicht, um die Marktposition in China ernsthaft zu verteidigen, ist eine ganz andere Frage.
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