Konzernchef Mike Doustdar stellt eine direkte Börsennotierung an der New York Stock Exchange in Aussicht. Wie Doustdar der Financial Times sagte, sei das dänische Pharmaunternehmen offen für einen solchen Schritt, auch wenn derzeit noch kein aktiver Prozess laufe.
Bislang greifen Anleger in den USA auf Hinterlegungsscheine zurück. Die Aussagen fallen in eine anhaltend schwierige Handelswoche: Gestern verlor das Papier 2,2 Prozent und ging bei 33,66 Euro aus dem Handel.
Wachsende Bedeutung des US-Geschäfts
Die Überlegungen spiegeln die veränderte Struktur des Pharmakonzerns wider. Das Unternehmen erwirtschaftet mittlerweile mehr als die Hälfte seines Gesamtumsatzes auf dem US-Markt. Zugleich hat sich die Aktionärsbasis über die vergangenen zwei Jahrzehnte zunehmend internationalisiert.
Ein direkter Börsengang in New York könnte US-Investoren den Zugang erleichtern und die Liquidität im Heimatmarkt der wichtigsten Konkurrenten stärken. Gleichzeitig steht das Management unter Zugzwang, das Vertrauen des Marktes nach einer Serie von Enttäuschungen wiederherzustellen. Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 24 Prozent.
Offensive bei oralen Adipositas-Therapien
Um den wachsenden Druck im Kerngeschäft abzufedern, setzt das Unternehmen verstärkt auf Behandlungen in Tablettenform. Doustdar prognostiziert, dass orale Medikamente bis zum Jahr 2030 bis zu 50 Prozent des weltweiten Marktes für Adipositaspräparate ausmachen könnten.
Der Konzern arbeitet derzeit an fünf verschiedenen oralen Wirkstoffen. Nach Unternehmensangaben schützt die patentierte Verabreichungstechnologie diese Formulierung bis Mitte oder Ende der 2030er-Jahre vor Nachahmerprodukten.
Die Konkurrenz durch alternative Behandlungsformen nimmt unterdessen spürbar zu. Während bisherige Injektionspräparate enorme Marktanteile sicherten, drängen Mitbewerber mit neuen Wirkmechanismen und hoher Wirksamkeit in die Versorgungslücke. Das Management forciert daher den Ausbau der Produktionskapazitäten für Tabletten, um die künftige Nachfrage bedienen zu können.
Pipeline soll abflachendes Wachstum auffangen
Der jüngste Kursdruck rührt vor allem von gedämpften Erwartungen an das mittelfristige Expansionstempo her. Für den Zeitraum von 2026 bis 2030 rechnet die Unternehmensführung lediglich mit Zuwachsraten auf dem Niveau des Branchendurchschnitts. Zuvor hatten zweistellige Wachstumsraten die Bewertung des Konzerns jahrelang getrieben.
Zudem rückt das Ende der Exklusivrechte für den Kassenschlager Semaglutid näher, dessen Patentschutz in den USA und Europa Anfang der 2030er-Jahre ausläuft. Als Ausgleich plant das Unternehmen die Markteinführung von mehr als fünf Blockbuster-Therapien bis zum Ende des Jahrzehnts. Unter anderem soll die Kombinationstherapie CagriSema Anfang 2027 auf den Markt kommen und neue Impulse im Bereich der kardiometabolischen Erkrankungen setzen.
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