Novo Nordisk greift zu einer ungewöhnlichen Waffe im Kampf gegen Nachahmerpräparate: eine offiziell lizenzierte Kopie des eigenen Blockbusters. Seit heute, Montag, verkauft der dänische Konzern in Südafrika eine autorisierte Version von Semaglutid. Der Clou dabei: Das Produkt ist keine billige Nachbildung, sondern nutzt exakt denselben Wirkstoff, dieselbe Herstellung und dieselben Injektionspens wie das Original Ozempic.
Ein Gegenmittel gegen den Graumarkt
Für den Vertrieb hat sich Novo Nordisk mit Acino zusammengetan, einer Tochtergesellschaft von Arcera. Die südafrikanische Arzneimittelbehörde SAHPRA hat das Produkt bereits registriert und bestätigt damit dieselben Sicherheits- und Wirksamkeitsstandards wie beim Markenoriginal.
Der Hintergrund ist simpel: In vielen Schwellenländern kursieren nicht genehmigte Nachbau-Präparate und Graumarkt-Ware, die von der hohen Nachfrage nach Typ-2-Diabetes-Medikamenten profitieren. Mit der autorisierten Kopie will Novo Nordisk Patienten einen legalen und günstigeren Zugang bieten – und gleichzeitig dem Schwarzmarkt Boden entziehen.
Regulatorische Erfolge häufen sich
Der Start in Südafrika reiht sich in eine Serie von Zulassungserfolgen ein. Bereits am 15. Juli hatte die Europäische Kommission die Wegovy-Tablette genehmigt. Sie ist damit der erste orale GLP-1-Rezeptoragonist zur Gewichtsreduktion in der Europäischen Union.
Zeitgleich genehmigten die europäischen Behörden einen neuen, höher dosierten Wegovy-Injektionspen mit 7,2 Milligramm Wirkstoff. Die Zulassung stützt sich auf Daten der STEP-UP-Studie. Über 72 Wochen verloren adipöse Erwachsene darin im Schnitt rund 18,8 Prozent ihres Körpergewichts. Novo Nordisk baut damit sein Portfolio an Darreichungsformen gezielt aus – ein Signal an die wachsende Konkurrenz im GLP-1-Markt.
Aktie erholt sich, Rückkäufe laufen weiter
An der Börse zeigt sich die Aktie robust. Am Freitag schloss das Papier bei 42,85 Euro, ein Plus von 1,19 Prozent. Vom Tief im März bei 30,25 Euro hat sich der Kurs bereits um mehr als 41 Prozent erholt, bleibt aber weiterhin rund 28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 59,56 Euro.
Strukturelle Unterstützung liefert das laufende Rückkaufprogramm. Seit dem Start im Februar hat Novo Nordisk bereits rund 25 Millionen B-Aktien zurückgekauft, im Rahmen eines auf zwölf Monate angelegten Programms mit einem Volumen von bis zu 15 Milliarden dänischen Kronen.
Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 5. August veröffentlicht Novo Nordisk die Halbjahreszahlen. Im Fokus steht dann, ob der starke Start von oralem Wegovy und die ausgebaute Produktionskapazität die Jahresprognose stabilisieren können. Die Wachstumsziele für 2026 stehen aktuell unter etwas mehr Druck als in den Vorjahren.
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