Novo Nordisk hält an seinem milliardenschweren Aktienrückkaufprogramm fest, während der Kurs unter Druck bleibt. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden bis zum 4. September seit Anfang Februar insgesamt 32.034.179 B-Aktien zu einem Durchschnittspreis von 281,63 dänischen Kronen zurückgekauft – ein Gesamtvolumen von rund 9,02 Milliarden Kronen. Das Unternehmen hält damit inzwischen 46.074.876 B-Aktien als eigene Anteile, etwa ein Prozent des Grundkapitals.
Das Teilprogramm, das im Mai gestartet wurde, zielt auf 11,2 Milliarden Kronen bis Anfang Februar 2027 und ist Teil eines übergeordneten Rückkaufprogramms von 15 Milliarden Kronen über zwölf Monate.
Für Anleger ist das ein Signal: Der Vorstand sieht die eigene Aktie trotz der jüngsten Kursverluste offenbar als attraktiv bewertet an und stützt damit indirekt den Kurs, während die Marktstimmung durch die Rückschläge bei Ziltivekimab und die Konkurrenzsituation bei Wegovy belastet bleibt.
Rückkaufprogramm als Kontrapunkt zur schwachen Kursentwicklung
Der Aktienkurs steht spürbar unter Druck. Am Freitag schloss das Papier bei 37,05 Euro, ein Minus von 2,6 Prozent auf Tagesbasis. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 16 Prozent zu Buche.
Der jüngste Rücksetzer folgt auf die vor gut einer Woche bekanntgegebene Einstellung der beiden Phase-3-Studien HERMES und ATHENA zu Ziltivekimab, nachdem bereits im Juli die ZEUS-Studie gescheitert war. Ein unabhängiges Überwachungskomitee hatte die Erfolgsaussichten der Studien als zu gering eingestuft.
Vor diesem Hintergrund wirkt das fortgesetzte Rückkaufprogramm wie ein bewusstes Gegengewicht des Managements: Während die Pipeline im Bereich Kardiovaskuläre-Entzündungshemmung Rückschläge erleidet, signalisiert das Unternehmen über den Kapitalmarkt Stabilität und Vertrauen in die eigene Bewertung.
Positive Studiendaten und regulatorischer Fortschritt als Gegengewicht
Nicht alle Nachrichten der vergangenen Wochen waren negativ. Die STEP-Young-Studie erreichte ihr primäres Ziel: 40,4 Prozent der behandelten Kinder im Alter von sechs bis unter zwölf Jahren erreichten unter Semaglutid in Kombination mit Lebensstiländerung einen Body-Mass-Index unterhalb der Adipositas-Schwelle. Zudem hat die chinesische Zulassungsbehörde NMPA den Zulassungsantrag für Wegovy angenommen.
Auch die Geschäftszahlen für das zweite Quartal fielen solide aus: Der bereinigte Umsatz wuchs währungsbereinigt um 7 Prozent, der bereinigte Betriebsgewinn um 11 Prozent auf 33.389 Millionen Kronen. Der Nettogewinn lag bei 21,0 Milliarden Kronen, der freie Cashflow bei 42,5 Milliarden Kronen. Novo Nordisk hob daraufhin die Jahresprognose für Umsatz- und Betriebsgewinnwachstum leicht an.
Als Treiber nannte das Unternehmen die starke Nachfrage nach GLP-1-Produkten und den Erfolg der Wegovy-Tablette in den USA, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Gegenläufig wirken niedrigere realisierte Preise, ein reduzierter Medicaid-Versicherungsschutz für Adipositas-Behandlungen sowie der Patentablauf von Semaglutid in Kanada und Brasilien.
Ausblick: Kapitalmarkttag und Quartalszahlen im Fokus
Anleger richten den Blick nun auf den Kapitalmarkttag am 21. September in London, bei dem das Management Strategie, Forschungspipeline und operative Entwicklung vorstellen will. Am 4. November folgen die Zahlen zum dritten Quartal. Beide Termine dürften zeigen, ob das Unternehmen die Rückschläge in der Kardiovaskulär-Pipeline durch Fortschritte im Kerngeschäft mit Adipositas- und Diabetesmedikamenten ausgleichen kann.
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