Novo Nordisk Aktie: 70.000 auf Wartelisten für Wegovy-Pille

Novo Nordisk startet Wegovy-Tablette in Großbritannien mit über 70.000 Vormerkungen. Der Aktienkurs zeigt sich trotzdem verhalten.

Auf einen Blick:
  • 70.000 Menschen auf Warteliste
  • Aktie gibt leicht nach
  • Preissenkungen in China und Indien
  • Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm

Mehr als 70.000 Menschen stehen auf britischen Wartelisten. Das Ziel: die neue Abnehmpille von Novo Nordisk. Der dänische Pharmakonzern hat sein Kassenschlager-Medikament Wegovy nun als Tablette im Vereinigten Königreich auf den Markt gebracht.

An der Börse reagieren Investoren am Montag verhalten. Die Aktie gibt leicht auf 43,17 Euro nach. Auf Monatssicht steht dennoch ein sattes Plus von rund 16 Prozent auf der Kurstafel. Der technische Indikator RSI klettert derweil auf 68,4. Das Papier kratzt damit an einem überkauften Zustand.

Ansturm auf britische Apotheken

Der Marktstart auf der Insel sprengt viele Erwartungen. Allein der Anbieter Simple Online Healthcare verzeichnete über 60.000 Registrierungen innerhalb eines Tages. Aktuell ist das Präparat nur über Privatrezepte verfügbar. Der Konzern wartet noch auf die finale Freigabe der britischen Gesundheitsbehörden. Patienten zahlen für die Einstiegsdosis monatlich etwa 80 bis 99 Pfund.

Die höchste Dosierung kostet jeden Monat über 229 Pfund. Das Interesse folgt einem ähnlichen Muster wie in den USA. Dort überschritt die Wegovy-Tablette kürzlich die Marke von drei Millionen Verschreibungen. Statistisch gesehen stellen US-Ärzte alle fünf Sekunden ein neues Rezept aus.

Preiskampf in Asien

Parallel dazu ändert Novo Nordisk seine Taktik in Asien. In China senkt der Konzern die Preise massiv. Die Kosten für höchste Dosierungen fallen in einigen Provinzen um bis zu 48 Prozent. Ein Monatsvorrat kostet dort jetzt umgerechnet etwa 141 US-Dollar. Ähnliche Rabatte von bis zu 37 Prozent melden Beobachter aus Indien.

Lokale Hersteller und der US-Rivale Eli Lilly erhöhen den Druck spürbar. Novo Nordisk muss mit den Preisnachlässen wichtige Marktanteile in Fernost verteidigen.

Aktienrückkäufe stützen den Kurs

Abseits des operativen Geschäfts kauft Novo Nordisk eigene Papiere zurück. Das aktuelle Programm hat ein Gesamtvolumen von 15 Milliarden Dänischen Kronen. Allein Anfang Juli erwarb das Management eine Million Aktien. Mittlerweile hält der Konzern knapp ein Prozent des eigenen Grundkapitals.

Die Analysten der HSBC reagieren positiv auf die operativen Fortschritte. Die Bank hebt das Kursziel von 280 auf 300 Kronen an. Die Experten belassen ihre Einstufung auf „Hold“.

Der harte globale Preiskampf mit Eli Lilly wird das laufende Jahr dominieren. Das milliardenschwere Rückkaufprogramm stützt den Aktienkurs indes von unten. Diese Maßnahme läuft planmäßig noch bis Februar 2027. Bis dahin fließen kontinuierlich weitere Mittel in die eigenen Papiere.

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