Novo Nordisk bringt seine wichtigste Wachstumsstory wieder auf die Bühne: Wegovy soll breiter, stärker und leichter zugänglich werden. Auf dem Adipositas-Kongress ECO2026 in Istanbul zeigte der Konzern neue Daten zur Tablette und zur Hochdosis-Spritze. Der rote Faden ist klar: Novo will im Rennen gegen Eli Lilly verlorenen Boden gutmachen.
Die Wegovy-Pille gewinnt an Profil
Bei der oralen Variante von Wegovy meldete Novo neue Analysen aus der Phase-3-Studie OASIS 4. Die Tablette enthält orales Semaglutid in einer Dosis von 25 mg. Fast ein Drittel der Teilnehmer erreichte bis Woche 16 mindestens 10 Prozent Gewichtsverlust.
Diese frühen Responder verloren nach vier Monaten im Schnitt 13,2 Prozent ihres Körpergewichts. Bis Woche 64 stieg der Wert auf 21,6 Prozent. Auch Teilnehmer ohne frühe Reaktion kamen am Studienende noch auf einen zweistelligen Gewichtsverlust.
Wichtig ist nicht nur die Waage. Novo berichtete auch über bessere körperliche Funktionen. Unter oraler Wegovy erreichten 77,3 Prozent der Patienten klinisch relevante Verbesserungen, im Placebo-Arm waren es 42,9 Prozent.
Im indirekten Vergleich ORION schnitt die Wegovy-Pille zudem besser ab als Orforglipron von Eli Lilly. Das Lilly-Mittel war mit rund 14-mal höheren Abbruchchancen wegen Magen-Darm-Nebenwirkungen verbunden. In der OPTIC-Befragung bevorzugten 84 Prozent der Teilnehmer ein Profil wie das der Wegovy-Pille.
Hochdosis-Spritze zielt auf Lilly
Auch die Hochdosis-Version von Wegovy lieferte starke Daten. In der STEP-UP-Studie verloren frühe Responder unter 7,2 mg Semaglutid im Schnitt 27,7 Prozent ihres Gewichts. Gemessen wurde nach 72 Wochen.
Als frühe Responder galten Patienten mit mindestens 15 Prozent Gewichtsverlust nach 24 Wochen. Gut jeder vierte Patient in der Hochdosis-Gruppe fiel in diese Kategorie. Über alle Gruppen hinweg erzielte die höhere Dosis 20,7 Prozent Gewichtsverlust, die niedrigere Dosis kam auf 17,5 Prozent.
Damit rückt Novo näher an Lillys Zepbound heran. Dieses Mittel hat sich wegen seiner hohen Wirksamkeit im Adipositasmarkt stark positioniert. Novo setzt darauf, dass eine stärkere Wegovy-Version den Abstand verringert.
Zugang könnte Nachfrage stützen
Neben den Studiendaten rückt der US-Zugang in den Vordergrund. Das Medicare-GLP-1-Bridge-Programm soll ab 1. Juli 2026 berechtigten Medicare-Patienten Wegovy für 50 Dollar Zuzahlung pro Monat öffnen. Das Programm läuft bis Ende 2027.
Novo Nordisk und Eli Lilly haben dafür einen Nettopreis von 245 Dollar pro Monat vereinbart. Novo-Chef Mike Doustdar sieht langfristig Potenzial für rund 15 Millionen neue Patienten. Er erwartet aber keinen schnellen Schalter, der sofort komplett umgelegt wird.
Die Aktie reagiert noch verhalten. Am Freitag schloss sie bei 38,51 Euro, ein Minus von 1,95 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen liegt das Papier dennoch 11,57 Prozent im Plus.
Der nächste Prüfstein ist die laufende EMA-Prüfung der Wegovy-Pille gegen Adipositas. Eine Zulassung in Europa würde Novos Tablettenstrategie deutlich stärken. Bis dahin bleibt der Markt ein Duell aus Daten, Zugang und Preis.
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