Novo Nordisk steht vor einem entscheidenden Sonntag. Auf der ADA-Konferenz in New Orleans präsentiert der dänische Pharmakonzern 40 neue Studien. Die Erwartungen der Investoren sind hoch. Schließlich hat die Aktie seit Jahresbeginn rund 16 Prozent an Wert verloren. Der Freitagshandel endete schwach bei 37,27 Euro. Ein heutiges R&D-Event soll nun das Vertrauen in die Pipeline stärken.
CagriSema unter Druck
Im Zentrum steht das Kombinationspräparat CagriSema. Novo Nordisk zeigt hier Phase-3-Daten zur Blutzucker- und Gewichtskontrolle bei Typ-2-Diabetes. Frühe Ergebnisse aus dem Februar fielen positiv aus. Patienten reduzierten ihr Gewicht um 14 Prozent. Der Blutzucker sank um 1,9 Prozentpunkte.
Ein Makel bleibt. In einer früheren Adipositas-Studie verfehlte CagriSema den Vergleichswert des Konkurrenten Eli Lilly. Zepbound lieferte damals eine Gewichtsabnahme von 25,5 Prozent. CagriSema kam nur auf 23 Prozent. Die neuen Diabetes-Daten müssen diesen Rückschlag nun ausgleichen. Eine US-Zulassung erwartet das Management im vierten Quartal.
Zenagamtide liefert starke Zahlen
Bessere Nachrichten liefert der Wirkstoffkandidat Zenagamtide. Die präsentierten Phase-2-Ergebnisse überzeugen auf ganzer Linie. Nach 36 Wochen senkte die höchste Dosis den Langzeitblutzucker um 1,71 Prozentpunkte. Fast 89 Prozent der Teilnehmer erreichten den klinisch wichtigen Zielwert.
Die Folge: Novo Nordisk drückt aufs Tempo. Das Unternehmen startet in der zweiten Jahreshälfte ein Phase-3-Programm für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes. Erste Ergebnisse aus dieser entscheidenden Studienphase folgen voraussichtlich erst 2028.
Medicare-Deal als Kurstreiber
Abseits der klinischen Daten rückt ein wichtiges Datum näher. Ab dem 1. Juli erhalten berechtigte Medicare-Patienten Zugang zu Wegovy. Die Zuzahlung sinkt auf 50 US-Dollar pro Monat.
Novo Nordisk hat dafür einen Nettopreis von 245 Dollar monatlich akzeptiert. Das entspricht einem Rabatt von fast 80 Prozent auf den Listenpreis. Dieser Schritt öffnet den Zugang zu einem riesigen Patientenpool. Parallel dazu präsentiert der Konzern neue Analysen. Diese deuten auf positive Effekte von Semaglutid bei Schlafapnoe und Asthma hin. Bisher fehlen dafür jedoch die Zulassungen.
Milliarden-Rückkauf stützt den Kurs
Der Konzern stützt den Aktienkurs derweil mit eigenen Mitteln. Ein laufendes Rückkaufprogramm umfasst bis zu 15 Milliarden Dänische Kronen. Bis Ende Mai kaufte Novo Nordisk bereits knapp 18 Millionen B-Aktien zurück.
Der Ausblick für das laufende Jahr bleibt verhalten. Das Management rechnet mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang von vier bis zwölf Prozent. Die 200-Tage-Linie verläuft aktuell bei 41,66 Euro und markiert einen klaren Widerstand. Ob die Pipeline-Offensive in New Orleans eine Trendwende einleitet, zeigt sich spätestens bei den Quartalszahlen im August.
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