Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat eine positive Bewertung für Novo Nordisks Wegovy-Pille abgegeben. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) empfiehlt die Zulassung der 25-Milligramm-Dosis zur Gewichtskontrolle und zur Senkung von Herz-Kreislauf-Risiken. Parallel dazu erhielt auch die hochdosierte Wegovy-Spritze mit 7,2 Milligramm eine Empfehlung.
Erfolgsdaten aus der OASIS-Studie
Die Empfehlung basiert auf der Phase-3-Studie OASIS 4. Teilnehmer erreichten im Schnitt einen Gewichtsverlust von 16,6 Prozent. Über ein Drittel der Patienten nahm mindestens 20 Prozent ab. Es ist das erste orale GLP-1-Präparat, das in der EU eine Zulassungsempfehlung für die Adipositas-Therapie erhält.
Die finale Entscheidung trifft die Europäische Kommission. Novo Nordisk rechnet mit einer Markteinführung in ausgewählten Ländern außerhalb der USA in der zweiten Jahreshälfte 2026. In den USA ist die Wegovy-Pille bereits seit Januar im Handel. Die Nachfrage ist hoch: Über zwei Millionen Verordnungen zählte das Unternehmen seit dem Start.
Wettbewerb verschärft sich
Der Druck auf Novo Nordisk wächst. Eli Lillys tägliche Diät-Pille Foundayo (orforglipron) erhielt am 1. April die US-Zulassung. Der Pharmariese CVS Caremark nahm Foundayo zum 1. Juni in seine Arzneimittelliste auf und setzt Zepbound ab Oktober wieder als bevorzugte Option. Novo Nordisks Wegovy-Präparate behalten zwar ebenfalls den bevorzugten Status – die Exklusivstellung im Apothekenmarkt ist aber dahin.
Die Aktie zahlt darauf einen Preis. Seit Jahresbeginn verlor das Papier 12,5 Prozent an Wert. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 10,5 handelt die Aktie weit unter dem historischen Schnitt von 26. Die Dividendenrendite liegt bei rund vier Prozent. Der RSI von 47,6 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Situation. Der Ausgang der EU-Zulassung und die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob die günstige Bewertung eine Chance oder eine Falle ist.
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