US-Politik trifft Novo Nordisk an einer empfindlichen Stelle. Das Weiße Haus weitet TrumpRx massiv aus und rückt Arzneipreise noch stärker nach vorn. Für den dänischen Hersteller kommt das zur Unzeit: Der eigene Jahresausblick signalisiert bereits Druck.
Die Aktie schloss am Montag bei 37,96 Euro. In sieben Tagen verlor sie 5,23 Prozent, seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf 15,04 Prozent.
Washington erhöht den Preisdruck
Am Montag kündigte Washington die Aufnahme von mehr als 600 Generika auf TrumpRx.gov an. Das Portal startete Anfang 2026 und soll Rezeptkosten näher an das Niveau anderer Industrieländer bringen.
TrumpRx vermittelt Gutscheine und leitet Verbraucher an Herstellerseiten sowie Partner wie Amazon Pharmacy weiter. Auch Mark Cuban’s Cost Plus Drug Co. gehört zu den Anlaufstellen. Bereits zuvor waren Markenpräparate wie Ozempic und Wegovy Teil des Programms.
Die Regierung verweist auf Einsparungen von mehr als 400 Millionen Dollar. Sie nennt außerdem rund 10 Millionen Besuche auf der Plattform. Kritiker aus dem demokratischen Lager bezeichnen TrumpRx dagegen als „Durchleitungskanal für Big Pharma“.
Der Markt liest die Ausweitung als weiteren Hinweis, dass Preisdruck politisch gewollt bleibt. Vor den Zwischenwahlen bekommt das Thema Arzneikosten zusätzlich Gewicht.
Ausblick bleibt angespannt
Novo Nordisk rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang von 4 bis 12 Prozent. Als Gründe nennt der Konzern stärkeren US-Preisdruck und mehr Konkurrenz durch Generika.
Operativ liefert das Geschäft aber weiter hohe Gewinne. Im Auftaktquartal erreichte der bereinigte operative Gewinn 32,858 Milliarden DKK. Die Bewertung spiegelt dennoch spürbare Skepsis wider.
Bei einer Marktkapitalisierung von 197,88 Milliarden Dollar lag das KGV bei 10,40. Für einen früheren Wachstumsfavoriten ist das ein deutlich nüchterneres Niveau.
Wegovy führt, Lilly rückt nach
In der Adipositas-Therapie bleibt Wegovy dennoch stark. Citigroup-Daten zeigen für die Tablettenform etwa 137.000 US-Verschreibungen in der 18. Kalenderwoche. Gegenüber der Vorwoche war das ein Rückgang um 4 Prozent.
Der Vorsprung ist weiterhin groß. Das Volumen liegt etwa eineinhalbmal so hoch wie beim nächsten Wettbewerber.
Eli Lilly holt dennoch auf. Die US-Arzneimittelbehörde FDA ließ Foundayo am 1. April zu. In der vierten Woche am Markt kam das Mittel auf rund 10.248 Verschreibungen.
Foundayo bietet Herstellungsvorteile und weniger Ernährungsvorgaben. Die Wegovy-Tablette muss dagegen nüchtern eingenommen werden. Das kann im Alltag ein echter Nachteil sein.
Rückkäufe stützen das Signal
Beim Kapitaleinsatz setzt Novo Nordisk auf das angekündigte Rückkaufprogramm. Es umfasst 15 Milliarden DKK. In der jüngsten gemeldeten Woche kaufte der Konzern mehr als 1,2 Millionen B-Aktien zu Kursen um 300 DKK.
Seit Februar summieren sich die Rückkäufe auf etwa 16 Millionen Aktien. Der Eigenbestand liegt nun bei 0,7 Prozent.
Das signalisiert Kapitaldisziplin, löst aber das Kernproblem nicht. Die nächsten Kursimpulse dürften aus zwei Richtungen kommen: neue US-Preismaßnahmen und frische Verschreibungsdaten für Wegovy sowie Foundayo. Solange Washington Arzneikosten politisch nach vorn schiebt, bleibt Novo Nordisk trotz hoher Gewinne unter Bewertungsdruck.
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