Novo Nordisk-Aktie: Nicht gut genug!

Die Aktie von Novo Nordisk hat mit einem Abschlag auf die Quartalszahlen reagiert, trotz Prognoseanhebung. Auch Analysten bleiben beim Pharmakonzern zurückhaltend.

Auf einen Blick:
  • Novo Nordisk hat sich vom Kursknick nach Quartalszahlen bislang kaum erholt
  • Dabei hatte der dänische Pharmakonzern am Dienstag seine Prognose angehoben
  • Ein UBS-Analyst sprach dennoch von einem „bestenfalls einen gemischten Eindruck“
  • Auch der Sieg vor Gericht gegen einen Wettbewerber brachte die Aktie nicht voran

Liebe Leserin, lieber Leser,

am Dienstag hatte Novo Nordisk Quartalszahlen vorgelegt – und die Anleger reagierten verschnupft. Von mehr als 42 Euro ging es mit der Aktie des dänischen Pharmakonzerns bis auf 38 Euro zurück. Das kam durchaus überraschend, hat Novo doch die Prognose für 2026 sogar leicht angehoben. Mittlerweile hat sich der Kurs wieder auf rund 39 Euro verbessert, was jedoch noch immer einem Abschlag von rund 11 Prozent aus dem zurückliegenden Monat entspricht. Etwas weniger schlecht ist für die Anleger offenbar nicht gut genug.

Novo Nordisk Aktie Chart

Novo Nordisk hebt Umsatzprognose an

Denn bislang hatte Novo Nordisk mit einem Umsatzrückgang in diesem Jahr von bis zu zwölf Prozent gerechnet. Nun geht der Konzern von einem währungsbereinigten Umsatzrückgang von maximal sechs Prozent aus. Im besten Fall könne man diesen auch auf Null drücken. Der Hintergrund: Der bereinigte Umsatz im zweiten Quartal 2026 stieg bei Novo währungsbereinigt um 7 Prozent, auf 78,5 Milliarden dänische Kronen (DKK), „getrieben durch das Volumenwachstum bei GLP-1-Produkten in verschiedenen Regionen sowie durch günstige Anpassungen bei US-Rabatten im Berichtsquartal“, wie es heißt.

Das ausgewiesene operative Ergebnis im zweiten Quartal 2026 sank währungsbereinigt allerdings um 16 Prozent. Dieses wurde laut Novo Nordisk negativ beeinflusst durch die Auflösung der Rückstellung für US-340B-Rabatte im zweiten Quartal 2025 sowie durch nicht zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 6,3 Mrd. DKK auf immaterielle Vermögenswerte aus der Pipeline, einschließlich Monlunabant (4,0 Mrd. DKK).

  • Das bereinigte operative Ergebnis im zweiten Quartal 2026 hingegen stieg währungsbereinigt um 11 Prozent auf 33,4 Mrd. DKK
  • Sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis von Novo Nordisk übertrafen laut Wallstreet Online damit die Prognosen der Analysten

Analyst mit niedrigem Novo-Kursziel

Diese allerdings bewerteten den Quartalsbericht dennoch  eher zurückhaltend. Das US-Analysehaus Jefferies etwa beließ die Aktie auf „Hold“ und bestätigte das Kursziel von 285 DKK, umgerechnet 38,13 Euro und damit gleichsam das aktuelle Kursniveau. Das zweite Quartal sei durchwachsen gewesen, schrieb Analyst Michael Leuchten. Auf bereinigter Basis habe Novo Nordisk zwar die Erwartungen übertroffen und den Ausblick angehoben. Das Konsumentengeschäft stagniere jedoch, so der Analyst.

Auch die UBS warnte laut Wallsteet Online vor einem zu positiven ersten Eindruck. Der bereinigte Umsatz sei bei genauerer Betrachtung weniger stark ausgefallen, so die schweizer Großbank. „Zudem lag der Absatz von Wegovy leicht unter den Erwartungen.“ Enttäuschende Studienergebnisse zum Kombinationspräparat CagriSema zur Diabetesbehandlung belasteten demzufolge zusätzlich. Der Quartalsbericht hinterlasse daher „bestenfalls einen gemischten Eindruck“.

  • Und so fiel die Reaktion der Anleger ebenfalls eher zurückhaltend bis skeptisch aus
  • Daran änderte auch ein für Novo Nordisk durchaus positives Gerichtsurteil nichts

Erfolg von Novo Nordisk vor Gericht

Denn wie der Konzern am Mittwoch meldete, hat das Bezirksgericht Den Haag eine einstweilige Verfügung gegen Ceban Ziekenhuisfarmacie B.V. erteilt. Darin werde das Unternehmen angewiesen, den Vertrieb eines als Rezeptur hergestellten Semaglutid-Nasensprays, das die geistigen Eigentumsrechte von Novo Nordisk verletze, unverzüglich einzustellen. „Die Entscheidung schützt Patienten vor nicht zugelassenen Semaglutid-Formulierungen und stärkt den regulatorischen Rahmen, der sicherstellt, dass Arzneimittel die festgelegten Standards für Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit erfüllen“, so die Mitteilung.

„Patientenschutz bedeutet, die Integrität der Arzneimittel zu schützen, auf die Patienten angewiesen sind“, kommentierte John F. Kuckelman, Group General Counsel von Novo Nordisk, das Urteil. Diese Entscheidung sei „ein klares Signal dafür, dass geistige Eigentumsrechte zum Schutz pharmazeutischer Innovationen durchgesetzt werden“. Man werde weiterhin entschlossen rechtlich gegen diejenigen vorgehen, „die unsere Innovationen unrechtmäßig nutzen“.

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