Der Baseler Pharmakonzern Novartis hat neue Daten zu seinem Medikament Rhapsido vorgelegt. Die Phase-III-Studie RemIND erreichte ihre primären Endpunkte in allen drei wesentlichen Subtypen der chronisch induzierbaren Urtikaria (CIndU). Das ist eine Hauterkrankung, bei der Betroffene auf Druck, Kälte oder Wärme mit Quaddeln reagieren.
Patienten, die Rhapsido erhielten, zeigten nach zwölf Wochen höhere vollständige Ansprechraten als die Placebogruppe. Das Sicherheitsprofil bewertete Novartis als günstig. Die Daten wurden Mitte Juni auf dem EAACI-Kongress präsentiert. Nun geht es um die nächsten Schritte.
Einreichung läuft
Novartis hat bereits eine Zulassung für Rhapsido beantragt. Weitere globale Einreichungen sollen im Laufe des Jahres 2026 folgen. Der Wirkstoff könnte die erste zielgerichtete Therapie für verschiedene CIndU-Subtypen werden.
Parallel dazu erforscht Novartis Rhapsido bei Hidradenitis suppurativa und Nahrungsmittelallergien. Sollte der Wirkstoff auch dort überzeugen, würde das Portfolio in der Immunologie deutlich breiter aufgestellt sein. Schon heute gehören Cosentyx, Ilaris und Xolair zu den etablierten Größen.
Erste Umsätze fließen
In den USA läuft der Marktstart bereits. Im ersten Quartal 2026 erzielte Rhapsido dort 37 Millionen US-Dollar Umsatz. Ein Programm für kostenlose Medikamente erleichtert den Patientenzugang, die Kostenübernahme durch Versicherer nimmt zu.
Die Aktie notiert am Freitag bei 128,84 Euro – ein Minus von 0,11 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht gab es ein Minus von 2,7 Prozent. Seit Jahresbeginn steht das Papier dennoch gut da: plus 9,54 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 127,99 Euro, der Kurs also knapp darüber. Das 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro aus dem Februar bleibt in Sichtweite.
Novartis setzt auf seine Pipeline, um Umsatzausfälle durch auslaufende Patente älterer Medikamente auszugleichen. Rhapsido könnte dabei ein wichtiger Wachstumstreiber sein – wenn die Zulassungen kommen.
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