Novartis bereitet für den anstehenden Fachkongress MSToronto2026 eine umfassende Präsentation seiner Forschungsergebnisse im Bereich der Multiplen Sklerose vor. Der Schweizer Pharmakonzern plant die Veröffentlichung von insgesamt 46 wissenschaftlichen Abstracts.
Im Mittelpunkt stehen dabei die zulassungsrelevanten Phase-III-Studien Remodel-1 und Remodel-2 zum oralen BTK-Hemmer Remibrutinib, deren Ergebnisse am 23. Oktober 2026 vorgestellt werden sollen.
Die Studien vergleichen Remibrutinib mit dem etablierten Wirkstoff Teriflunomid. Für Novartis stellt der Wirkstoff einen zentralen Hoffnungsträger dar, um die eigene Marktposition bei neurologischen Erkrankungen langfristig abzusichern. Der Markt honoriert die Zuversicht in die Forschungsaktivitäten: Im heutigen Handel legt die Aktie um 2,1 Prozent auf 127,22 Euro zu.
Breites Portfolio rund um Kesimpta im Fokus
Neben Remibrutinib bringt der Konzern auch neue Daten zu bereits zugelassenen Präparaten nach Toronto. Vorgestellt werden sogenannte Late-Breaking-Daten aus der Phase-III-Studie Neos. Diese untersucht den Einsatz von Ofatumumab, bekannt unter dem Markennamen Kesimpta, sowie Siponimod bei Kindern und Jugendlichen im direkten Vergleich zu Fingolimod.
Zusätzliche Erkenntnisse erwartet die Fachwelt aus der Sthenos-Studie zu Kesimpta sowie aus den Programmen Prim und Katharos, die den Einsatz während Schwangerschaft und Stillzeit beleuchten. Mit diesem breiten Datenpaket will Novartis die klinische Basis für seine MS-Therapien vertiefen. Für Anleger kommt dieser Vorstoß zu einem wichtigen Zeitpunkt, da die Erneuerung der Produktpipeline den künftigen Wachstumskurs sichern muss.
Pipeline-Rückschläge erhöhen den Erfolgsdruck
Die anstehenden Datenpräsentationen erhalten zusätzliches Gewicht durch jüngste Dämpfer in anderen Therapiegebieten. So scheiterte im Vormonat die Spätphasenstudie zu Del-desiran, nachdem das Mittel keinen klinisch bedeutsamen Nutzen gezeigt hatte.
Auch die Hoffnung auf das Herz-Kreislauf-Mittel Pelacarsen erfüllte sich nicht, da die Spätphasenstudie das Risiko schwerer Herzinfarkte oder Schlaganfälle nicht wie erhofft senken konnte. Zudem beendete Novartis vor gut drei Wochen eine ALS-Studie vorzeitig.
Solche Rückschläge verdeutlichen die anhaltenden Risiken in der klinischen Entwicklung. Das Vertrauen der Investoren in die Forschungspipeline hängt maßgeblich davon ab, ob neue Kandidaten wie Remibrutinib die entstandenen Lücken füllen können.
Quartalszahlen liefern bald neue Orientierung
Bereits kurz nach den Kongresspräsentationen steht für den Konzern der nächste wichtige Meilenstein an. Am 27. Oktober 2026 wird Novartis seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegen.
Im vorangegangenen zweiten Quartal hatte Novartis einen Umsatz von 11,39 Milliarden Schweizer Franken sowie einen Gewinn je Aktie von 1,35 Schweizer Franken ausgewiesen. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 8,82 US-Dollar. Die Kombination aus den anstehenden Studiendaten und den Quartalszahlen dürfte in den kommenden Wochen für klare Richtungssignale sorgen.
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