Juli 2026 vor der Vorlage seiner Zahlen für das zweite Quartal – und die Anleger reagieren bereits nervös. Der Kurs der Aktie gab am Vortag um 2,64 Prozent nach und schloss bei 131,50 Euro. Damit liegt das Papier rund 8,87 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro, das der Konzern Ende Februar erreicht hatte. Die Berichtssaison bringt damit erneut Bewegung in eine Aktie, die zuletzt vor allem von Zulassungsentscheidungen für neue Wirkstoffe getrieben wurde.
Schwaches erstes Quartal belastet die Erwartungen
Der Rückblick auf das erste Quartal 2026 liefert wenig Anlass für Euphorie. Novartis meldete damals einen Umsatz von 13,1 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie fiel um 15 Prozent auf 1,99 US-Dollar und verfehlte damit die Analystenschätzung von 2,07 US-Dollar. Der freie Cashflow lag bei 3,3 Milliarden US-Dollar, das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Erwartungen wird mit 16,4 beziffert.
Trägerprodukte des Wachstumsportfolios entwickelten sich im ersten Quartal deutlich dynamischer als der Konzern insgesamt: Kisqali legte um 55 Prozent zu, Pluvicto um 70 Prozent, Kesimpta um 26 Prozent, Scemblix um 79 Prozent und Leqvio um 69 Prozent. Diese Präparate sollen den Rückgang bei älteren, dem Generikadruck ausgesetzten Produkten kompensieren – ein Balanceakt, der auch die Erwartungen an das zweite Quartal prägt.
Preisdruck aus den USA belastet den Ausblick
Ein zentrales Risiko für Novartis bleibt die sogenannte MFN-Politik der USA, die günstigere Referenzpreise für Medikamente vorsieht und nach Einschätzung des Konzerns 5 bis 10 Prozent der Medicaid-Umsätze betrifft. Wie FXEmpire berichtet, bezeichnete der Novartis-Chef die Situation durch diese Preispolitik als „sehr schwierig“. Die Analysten von Jefferies und Goldman Sachs betonen laut demselben Bericht, dass der Konzern in der zweiten Jahreshälfte deutlich mehr Dynamik zeigen müsse, um das schwache erste Halbjahr auszugleichen.
Analysten erwarten weiteren Gewinnrückgang
Für das zweite Quartal 2026 rechnet der Analystenkonsens mit einem Umsatz von 14,014 Milliarden US-Dollar, nach 14,054 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal – nahezu stabil. Beim Reingewinn wird hingegen ein spürbarerer Rückgang erwartet: von 4,71 Milliarden auf 4,13 Milliarden US-Dollar. Die Schätzungen für den Gewinn je Aktie liegen zwischen 2,15 und 2,16 US-Dollar, was einem Rückgang von gut elf Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspräche. Historisch hat Novartis in drei von vier Quartalen die Konsensschätzungen übertroffen, was einigen Anlegern Hoffnung auf eine positive Überraschung macht.
Für die Kursreaktion nach den Zahlen dürfte entscheidend sein, ob der Konzern seinen Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt und wie überzeugend das Management die Wachstumsdynamik der neuen Präparate gegen den Preisdruck aus den USA verteidigt. Der Vorbericht signalisiert bereits, dass die Anleger diesmal genauer hinschauen als in ruhigeren Quartalen – die Kursreaktion vom Vortag legt davon Zeugnis ab.
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