Novartis baut seine Aktivitäten im Bereich der Nukleinsäure-Therapeutika aus. Gestern vereinbarte der Pharmakonzern eine Lizenz- und Optionspartnerschaft mit Abogen Biosciences. Im Zentrum der Kooperation stehen weltweite Rechte an dem Wirkstoffkandidaten ABO2203 sowie exklusive Optionen auf weitere Programme der RNA-Plattform des Partners.
ABO2203 ist als mRNA-kodierter T-Zell-Engager konzipiert. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zielt das Entwicklungsprogramm unter anderem auf potenzielle Anwendungen bei Autoimmunerkrankungen ab.
Finanzielle Struktur der Kooperation
Die vertragliche Vereinbarung umfasst umfangreiche finanzielle Zusagen. Abogen Biosciences erhält eine direkte Vorauszahlung in Höhe von 575 Mio. USD. Sollten sämtliche Entwicklungs- und Vermarktungsziele erreicht und alle Optionen ausgeübt werden, können zusätzliche Meilensteinzahlungen von bis zu 7,2 Mrd. USD fällig werden. Reuters bezifferte das mögliche Gesamtvolumen des Abkommens inklusive aller Komponenten auf bis zu 7,8 Mrd. USD.
Der Schritt ergänzt die strategische Ausrichtung von Novartis auf neuartige Plattformtechnologien. Durch den Zugriff auf die RNA-Plattform von Abogen sichert sich das Unternehmen zusätzliche Entwicklungskandidaten, um die eigene klinische Pipeline über die bestehenden Kernbereiche hinaus zu verstärken.
Marktbeobachtung und Terminkalender
Am Aktienmarkt reagierten die Anleger verhalten auf die Nachricht. Im europäischen Handel beendete das Papier den Handel am Freitag bei einem Schlusskurs von 125,16 €, was einem leichten Tagesverlust von 0,4 % entsprach. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 5,9 %.
Auch auf Analystenseite gab es in dieser Woche Bewegung: Am 1. Oktober bestätigte Goldman Sachs die Einstufung für Novartis mit „Sell“, hob das Kursziel für den Titel jedoch von CHF 110 auf CHF 113 an. Zuvor hatte das Analysehaus die Einstufung am 22. September ebenfalls auf „Sell“ belassen.
Für die weitere operative Einordnung richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf den anstehenden Finanzkalender. Novartis wird die Geschäftszahlen für das dritte Quartal sowie für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres am 27. Oktober 2026 veröffentlichen. Erst mit diesem Zwischenbericht dürften detailliertere Einblicke in die finanzielle Abwicklung der Neuzugänge und den aktuellen Forschungsfortschritt vorliegen.
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