Novartis übertrifft mit dem Quartalsergebnis die Erwartungen. Trotzdem steht der Konzern vor einem harten Umbau: Der einstige Kassenschlager Entresto verliert massiv an Umsatz. Neue Medikamente sollen die Lücke jetzt füllen.
Der Nettoumsatz im zweiten Quartal 2026 lag bei 14,41 Milliarden US-Dollar. Das übertraf die Markterwartungen. Der Haken: Entresto brach durch Generika-Konkurrenz in den USA um rund die Hälfte ein, auf noch 1,18 Milliarden US-Dollar.
Wachstum verschiebt sich auf neue Marken
Novartis kompensiert den Entresto-Rückgang bereits teilweise. Kisqali und Pluvicto legten im Quartal jeweils um 43 Prozent währungsbereinigt zu. Die beiden Onkologie-Präparate übernehmen zunehmend die Rolle des Umsatztreibers, den früher Entresto spielte.
Am 17. Juli 2026 erteilte die US-Gesundheitsbehörde FDA dem Medikament Fabhalta die reguläre Zulassung zur Behandlung der primären IgA-Nephropathie. Das Mittel zielt auf einen kleinen, aber margenstarken Markt. Genau diese Nischenstrategie soll den Wachstumspfad der kommenden Jahre absichern.
Im Juli kamen weitere Fortschritte hinzu. Für Del-zota, ein Kandidat gegen Duchenne-Muskeldystrophie, reichte Novartis bereits einen beschleunigten Zulassungsantrag bei der FDA ein. Der Marktstart ist für die erste Jahreshälfte 2027 geplant. Parallel dazu übernimmt Novartis das Biotech-Unternehmen Myricx Bio für rund 1,5 Milliarden US-Dollar und stärkt damit seine Plattform für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate in der Onkologie.
Kurs nahe Rekordniveau, Ziel bereits erreicht?
Die Aktie schloss am Freitag bei 136,10 Euro, ein Minus von 0,56 Prozent zum Wochenschluss. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von gut 15 Prozent zu Buche. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt derzeit bei etwa 126 Schweizer Franken – niedriger als der aktuelle Kurs.
Das deutet darauf hin: Ein Großteil der positiven Nachrichten dürfte bereits eingepreist sein. Der RSI von 54,6 zeigt eine neutrale Marktlage, weder überhitzt noch überverkauft.
Für die kommende Woche dürfte entscheidend sein, ob Analysten ihre Kursziele nach Auswertung der Quartalszahlen nach oben anpassen. Im zweiten Halbjahr 2026 stehen zudem Phase-III-Daten zu den Kandidaten Pelacarsen und Remibrutinib an. Beide gelten als wichtige Prüfsteine dafür, ob Novartis den Wachstumspfad jenseits von Entresto tatsächlich absichern kann.
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