Vas Narasimhan, CEO von Novartis, sprach von einem „starken Start ins Jahr 2026“. Und wenn man nur auf die Wachstumsbringer schaut, hat er nicht ganz unrecht. Kisqali legte um 55 Prozent zu, Pluvicto um 70 Prozent, Scemblix sogar um 79 Prozent. Fabhalta verdoppelte seinen Umsatz. Das klingt nach einem guten Quartal.
Dann kam der Rest der Rechnung
Der Gesamtumsatz fiel um 5 Prozent auf 13,1 Milliarden USD. Der Konsens hatte rund 13,5 Milliarden erwartet. Das Core-EPS landete bei 1,99 USD, acht Cent unter den Schätzungen. Das Core-Betriebsergebnis rauschte um 14 Prozent nach unten, die Marge schrumpfte auf 37,3 Prozent. Was die Wachstumsmarken aufgebaut haben, hat der Generikaettbewerb in den USA mehr als wieder eingerissen.
Genau das ist der Knackpunkt bei Novartis gerade. Entresto, einst einer der wichtigsten Umsatzträger, brach um 46 Prozent ein. Promacta verlor 68 Prozent, Tasigna 61 Prozent. Generika fressen sich durch das Portfolio, und die neuen Stars wachsen zwar schnell, sind aber noch nicht groß genug, um die Lücken zu füllen.
Novartis AG Aktie Chart
Narasimhan sieht kein Problem
Die Jahresprognose wurde bestätigt: Umsatz soll im niedrigen einstelligen Bereich wachsen, das Core-Betriebsergebnis im niedrigen einstelligen Bereich sinken. Das ist keine Überraschung, das war so angekündigt. Narasimhan betonte, man sei „auf Kurs“, und verwies auf mehrere Studiendaten, die in der zweiten Jahreshälfte erwartet werden und den mittelfristigen Ausblick verbessern könnten.
Remibrutinib etwa lieferte positive Phase-III-Daten bei chronischer induzierbarer Urtikaria, Fabhalta bekam eine FDA-Prioritätsprüfung für die IgAN-Indikation, und die abgeschlossene Übernahme von Avidity stärkt die Neurowissenschaften-Pipeline. Dazu kommen frühe Deals in Brustkrebs und Allergologie. Novartis kauft sich also aktiv in die nächste Wachstumsphase ein.
Nur der Preis dafür ist happig
Die Nettoverschuldung kletterte von 21,9 Milliarden USD zum Jahresende auf nun 38,1 Milliarden USD. Haupttreiber war der Mittelabfluss für M&A-Transaktionen von 12,5 Milliarden USD, dazu die Dividendenzahlung von 6,2 Milliarden und Aktienrückkäufe von 1,9 Milliarden. Der Free Cash Flow von 3,3 Milliarden hielt da nicht mit. Novartis hat ein AA-Rating und kann sich das leisten, aber schön ist die Zahl nicht.
Starkes Pipeline-Wachstum, schwache Gesamtzahlen, bestätigte Prognose, und eine Nettoverschuldung, die sich binnen eines Quartals fast verdoppelt hat. Einen „starken Start“ nennt Narasimhan das. Die Analysten hatten es sich wohl etwas anders vorgestellt.
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