Am Mittwoch kündigte Novartis einen breit angelegten Auftritt auf dem Fachkongress MSToronto2026 an. Der Schweizer Pharmakonzern plant dort die Präsentation von insgesamt 46 wissenschaftlichen Beiträgen aus seinem Multiple-Sklerose-Portfolio.
Im Zentrum der Veröffentlichungen stehen späte Auswertungen der zulassungsrelevanten Phase-III-Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 zum Wirkstoffkandidaten Remibrutinib. Flankierend kündigte das Unternehmen eine gesonderte virtuelle Investorenveranstaltung zu den neuen Studiendaten an.
Phase-III-Daten zu Remibrutinib im Fokus
Die Auswertungen zu REMODEL-1 und REMODEL-2 markieren einen wichtigen Schritt für die neurologische Pipeline der Basler. Für den Wirkstoff Remibrutinib hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA bereits eine Zulassung unter dem Handelsnamen Rhapsido erteilt. Diese bezieht sich auf Erwachsene mit symptomatischem Dermographismus, deren Beschwerden durch H1-Antihistaminika nicht ausreichend kontrolliert werden, und erweiterte die Anwendung über die chronische spontane Urtikaria hinaus. Mit den Daten zur Multiplen Sklerose zielt der Konzern nun auf ein zusätzliches großes Anwendungsgebiet.
Parallel zum Voranschreiten der eigenen Studien stärkte Novartis Anfang des Monats die Entwicklungspipeline gegen Autoimmunerkrankungen durch externe Partnerschaften.
Am 2. Oktober vereinbarte der Konzern eine weltweite Lizenz- und Optionsvereinbarung mit Abogen Biosciences rund um das Programm ABO2203. Für den Zugriff auf den Kandidaten sowie Optionen auf weitere RNA-Programme leistete Novartis eine Vorauszahlung von 575 Millionen US-Dollar. Bei Erreichen definierter Meilensteine können zusätzliche Zahlungen von bis zu 7,2 Milliarden US-Dollar folgen.
Analysten justieren Einstufungen
Im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen ordneten auch institutionelle Analysehäuser die Aussichten für den Pharmakonzern ein. Am Dienstag senkte Analyst Thibault Boutherin von Morgan Stanley das Kursziel für die Novartis-Aktie von 170 auf 156 US-Dollar, beließ die Einstufung im Rahmen einer Neubewertung des Chance-Risiko-Profils jedoch auf „Overweight“.
Verhaltener äußerte sich Goldman Sachs: Am 1. Oktober hob Analyst James Quigley das Kursziel leicht von 110 auf 113 Franken an, bestätigte jedoch die Einstufung „Sell“. Quigley sah die operativen Erwartungen für das dritte Quartal weitgehend im Einklang mit dem Marktkonsens und verwies vor allem auf die strategische Entwicklung nach dem Jahr 2030.
Blick auf die anstehenden Geschäftszahlen
An den Finanzmärkten schloss das Papier am Freitag bei 127,90 Euro, was einem moderaten Tagesplus von 0,7 Prozent entsprach. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Wertzuwachs von 8,2 Prozent.
Klarheit über die jüngste Umsatz- und Gewinnentwicklung erhalten Marktteilnehmer am 27. Oktober. An diesem Tag veröffentlicht Novartis die detaillierten Finanzergebnisse für das dritte Quartal sowie für die ersten neun Monate.
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