Novartis Aktie: 250-Prozent-Zölle treiben US-Produktion

Novartis verlagert Produktion in die USA, um Strafzöllen zu entgehen. Wichtige FDA-Entscheidungen zu Muskeldystrophie-Wirkstoffen stehen an.

Auf einen Blick:
  • Produktionsverlagerung in die USA
  • Reaktion auf 250-Prozent-Strafzölle
  • FDA-Entscheidungen zu Muskeldystrophie-Wirkstoffen
  • Langfristiger Aktienanstieg von 58 Prozent

Über fünf Jahre hinweg hat die Novartis-Aktie rund 58 Prozent an Wert zugelegt. Ein Investment von 100 Franken wuchs auf knapp 159 Franken – Aktiensplits und Dividenden nicht eingerechnet. Mit aktuell 133,36 Euro notiert der Titel dennoch rund 6,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Auf Jahressicht steht ein Plus von 33,6 Prozent. Die positive Langfristentwicklung spiegelt die strategische Ausrichtung des Schweizer Pharmakonzerns wider. Der RSI liegt mit 48 Punkten im neutralen Bereich – Kursspielraum in beide Richtungen ist vorhanden.

Weichenstellung in den USA

Novartis reagiert auf einen drastischen Schritt der US-Handelspolitik. Zusammen mit Roche kündigte das Unternehmen im August 2025 an, Teile der Medikamentenproduktion in die USA zu verlagern. Auslöser sind mögliche US-Strafzölle auf importierte Medikamente von bis zu 250 Prozent.

Das Ziel: künftig 100 Prozent der wichtigsten Medikamente in den Vereinigten Staaten zu fertigen. Damit sollen die Lieferketten robuster werden. Für die rund 41.000 Mitarbeiter in der Schweiz sind in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Verwaltung und Marketing keine Streichungen geplant. Mittel- bis langfristig könnten allerdings etwa 10.000 Arbeitsplätze in der Schweizer Produktion unter Druck geraten.

Pipeline und Ausblick

Im zweiten Halbjahr 2026 stehen wichtige klinische Meilensteine an. Novartis erwartet FDA-Einreichungen im Bereich Muskeldystrophien – eine direkte Folge der milliardenschweren Avidity-Übernahme im Jahr 2025. Parallel dazu werden Phase-3-Daten für del-desiran bei Muskeldystrophien erwartet.

Die Kombination aus strategischer Produktionsverlagerung und dem Fokus auf innovative Therapeutika prägt den Kurs des Unternehmens. Für Novartis geht es im zweiten Halbjahr 2026 um die Bewertung gleich zweier Weichen: ob die FDA die Muskeldystrophie-Wirkstoffe annimmt und ob die Phase-3-Daten die hohen Erwartungen erfüllen.

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